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Wie die USA die so genannte Eurokrise verursachten und warum

7 Sep

So, ich weiß Ihr musstet wieder mal lange warten und glaubt mir ich würde selber gerne viel mehr Zeit auf diesen Blog verwenden aber ich hab sie einfach nicht. Wenn also jemandem eine Möglichkeit bekannt ist den Tag von 24 so auf sagen wir mal 28 Stunden zu verlängern so möge er sich bitte bei mir melden. Auch weiß ich das die Ursprünge des heutigen Themas weit von NRW entfernt liegen, aber mit den Auswirkungen werden auch wir uns noch lange herumschlagen müssen.

Einen Kommentar in der Süddeutschen Zeitung als Denkanstoß nutzend habe ich mal meine Gedanken und Theorien zum entstehen der sogenannten Eurokrise zusammengefasst und brutal und gemein wie ich nun mal bin auch gleich einen Racheplan ersonnen.

Der einzige oder zumindest auslösende Faktor für diese Krise ist einzig und alleine die negative Entwicklung der US Wirtschaft. Würde vor allem die amerikanische Finanzbranche nicht ihre Felle davon schwimmen sehen hätten sie mit Hilfe Ihrer Ratingagenturen und Banken niemals so massiv zum Angriff auf die europäische Gemeinschaftswährung geblasen und die verräterischen Briten, die immer noch näher bei den USA als bei Europa stehen, machen als Land das dem Euro nie bei getreten ist kräftig mit. Zwar wären die Griechen, die ja nun gemeinhin als Auslöser der Eurokrise gelten, auch so ins Schleudern gekommen, alleine schon aufgrund der gefälschten Wirtschaftsdaten, wobei der Umfang der Manipulationen erst jetzt so richtig klar wird. Das Ausmaß der Probleme aber die der gesamte Euroraum damit bekommen hat verdanken wir den Vereinigten Statten bzw. deren Finanzmarkt.

95 Prozent des jetzigen Ärgers ist auf dem Mist von Moodys, Goldmann und Co gewachsen. Schließlich kam Irland schon lange vor Griechenland in Schwierigkeiten. Hier war der Fokus der USA aber noch nicht auf die Eurovernichtung gerichtet. Deshalb gab es auch keine Ratingabstufungen im Stundentakt und die Rettung dieser Staatsfinanzen ist relativ geräuschlos und von der Öffentlichkeit praktisch unbemerkt über die Bühne gegangen. Ohne die Panikmache durch die angloamerikanischen Parteigänger in der europäischen Finanzwirtschaft, gewissen Medien, wobei die europäischen Ausgaben der Financial Times eine ganz große Rolle spielen und spielten ebenso die britische Finanzpresse und die unterminierte EZB, hätte das auch mit Griechenland geklappt und zwar für wesentlich weniger Geld als jetzt schon rein gepumpt wurde. Denn gemessen am gesamten BIP der Eurozone ist der Beitrag der Griechen zur gemeinsamen Finanzkraft eher marginal. Erst die angesprochene Panikmache, unverständliche und eindeutig ungerechtfertigte Ratingabstufungen und nicht zuletzt ein EZB-Chef Draghi der nach wie vor die Interessen seines vorherigen Arbeitgebers Goldmann & Sachs verfolgt konnten das Problem derart ausufern lassen. Ein weitere wichtiger Faktor ist die Tatsache das hier einzelne Volkswirtschaften angegriffen werden, in Verbindung mit einer riesigen Kampagne, lanciert von angloamerikanisch kontrollierten Medien die dazu geführt hat ein gemeinsames Abwehrverhalten der Euroländer zu unterbinden und auch noch Streit und Auseinandersetzungen schürt die die Eurozone insgesamt an den Rand des Zusammenbruchs gebracht haben.

Verräter Draghi

Es ist ein echtes Muster. Immer dann wenn die Amerikaner merken, dass der Kapitalzufluss in Milliardenhöhe den der dortige Finanzmarkt an jedem Handelstag benötigt um nicht zusammenzubrechen, nicht zuletzt um das lächerlich hohe Außenhandelsdefizit auszugleichen, jeder andere Staat dieser Erde wäre von den Ratingagenturen schon auf die unterste Stufe gesenkt worden, beginnen sie damit einen anderen Wirtschaftsraum anzugreifen. Zum Einen um die Währung(en) zu destabilisieren damit das Kapital wieder brav in Richtung New York und Chicago fließt zum Anderen um die Realwirtschaft zu schädigen damit das auch eine Weile so bleibt und nicht zuletzt um interessante Konzerne, Rohstoffe und sogar Regierungen unter Ihre Kontrolle zu bringen.

Der letzte massiv ausgeführte Angriff Mitte/Ende 2000 richtete sich ebenfalls gegen den Euro, die Asienkrise hatte die Altwährungen der Eurozone schon geschwächt und unter Zuhilfenahme einiger sehr seltsamen Zinsentscheidungen der FED, einiger sehr geschickter um nicht zu sagen manipulativer Devisenspekulationen und nicht zuletzt des Kosovokrieges schafften es die USA den EURO von seinem Einführungspreis von 1,17 Dollar und seinem damaligen Höchststand von knapp 1,20 Dollar binnen kürzester Zeit auf gute 0,80 Dollar zu drücken. Damals spielte auch die Angst eine Rolle der Euro könnte den Dollar als Weltleitwährung ablösen, weil viele Staaten angefangen hatten ihre Devisenreserven von Dollar in Euro umzuschichten. Was schlimmeres kann den Amerikanern nämlich gar nicht passieren, aber dazu gleich noch mehr.

Glücklicherweise machten die Amerikaner damals noch zwei entscheidende Fehler. Sie griffen den Euro als Ganzes an und nicht so wie jetzt die Finanzen, hauptsächlich den Anleihemarkt, eines einzelnen Staates, so war die dahinterstehende Wirtschaftskraft zu groß, der Happen einfach zu schwer zu schlucken. Weiter haben sie die damalige Einigkeit der Euroländer unterschätzt. Der Euro war praktisch ein Neugeborenes, die Möglichkeiten zu verlockend und eine erneute Währungsumstellung in so kurzer Zeit hätte die meisten Eurozonenstaaten für damalige Verhältnisse gigantische Summen gekostet und trotzdem für ein Riesenchaos gesorgt. Außerdem war die EZB noch nicht so politisiert und unterminiert, dafür sollten wir alle Herrn Duisenberg, dem ersten EZB-Präsidneten auf Knien danken. Nach dem ersten Schock und der Erkenntnis das der Euro ja auch deshalb eingeführt wurde um endlich ein adäquates Mittel gegen die Finanzmarktspielchen der USA zu haben stellten sich die Finanzminister der Euroländer, EZB und Landeszentralbanken dann auch recht schnell als Einheitliche Front auf und stabilisierten den Kurs mit Stützkäufen und der entsprechenden Leitzinspolitik, Maßnahmen an denen sich die USA sogar schlussendlich beteiligten nachdem die EU klargestellt hatte, dass weiter Versuche den Euro zu schwächen den Aufbau massiver Kapital- und Investitionsschranken von Europa in Richtung Vereinigte Staaten zur Folge hätten womit der US Wirtschaft ein immenser Schaden zugefügt worden wäre.

Trotzdem dauerte es Jahre bis sich der Euro von dieser Aktion erholt hatte. Das beinhaltet einen weiteren der Gründe warum die USA überhaupt davon abgelassen hatten den Euro weiter zu Schwächen. Es waren nämlich schon unvorstellbare Kapitalmengen aus der EU in die USA umgeleitet worden und das, teilweise vorgreifende, Anlegervertrauen in den noch neuen Euro das zu einem nicht geringen Maße auf die stahlharte Deutsche Mark aus Vor-Euro-Zeiten zurückging war schon massiv erschüttert und kein Staat und kein Wirtschaftsraum spekulierte mehr darüber den Dollar als Weltleitwährung abzulösen, außerdem machten die US Streitkräfte kurz darauf mit dem zweiten Einmarsch in den Irak der OPEC und allen anderen erdölproduzierenden Ländern klar was passiert wenn man den Vereinigten Staaten nicht Öl in jeder gewünschten Menge gegen Dollar verkauft. Damit hatten der US Finanzmarkt seine wichtigsten Ziele auch so erreicht.

Zugegebenermaßen war Saddam Hussein ein Diktator der sein eigenes Volk unterdrückte und bekämpfte aber die USA hatten noch nie ein Problem damit mit Diktatoren aller Couleur zusammenzuarbeiten wenn es ihren Interessen dient, nur Hussein hatte sich zu sehr von den USA emanzipiert und man darf dabei auch nicht vergessen das alle Waffen mit denen die irakischen Truppen die Amerikaner bekämpften auch von den Amerikanern an den Irak geliefert wurden, zum Teil sogar umsonst, also finanziert vom amerikanischen Steuerzahler, als es noch darum ging das Hussein stellvertretend den Iran bekämpfen sollte. Damit hatten der US Finanzmarkt seine wichtigsten Ziele auch so erreicht.

Auch in weiter zurückliegenden Zeiten haben die USA immer wieder ähnliches versucht. Meist mit Erfolg. In den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts war schon mal die EU dran, damals noch mit den europäischen Einzelwährungen, unter anderem war das auch der Versuch die schon beschlossene Währungsunion doch noch aufzuhalten. Als das nicht geklappt hat, weil die Ziele sozusagen nicht dicht genug beieinanderstanden wurde sich aber auf den thailändischen Bath und den Yen gestürzt, so die Asienkrise ausgelöst und eine Milliarde Menschen in die Armut getrieben. In den Siebzigern wurde in Südamerika gewütet, was den Vereinigten Staaten auch noch die Kontrolle über große Teile der dortigen Rohstoffvorkommen gesichert hat und ebenfalls zur Verarmung von Millionen Menschen geführt hat. Dies Auswirkung sind bis heute zu beobachten und jeder südamerikanische Staat der versucht dem Würgegriff der USA zu entkommen oder noch schlimmer wieder die Kontrolle über die eigenen Rohstoffreserven zu erlangen wird wieder gnadenlos diffamiert, bedroht und nieder gemacht, bis hin zu (para-)militärischen Interventionen oder zumindest der Androhung von Solchen. Auch das Schreckgespenst des Kommunismus wird gerne mal bemüht.

Zum Abschluss der Hintergründe noch eine kurze Erklärung warum der schlimmste Albtraum der USA darin besteht das der Dollar als Leitwährung für die Weltrohstoff- und vor allen Dingen Rohölmärkte abgelöst wird:

Hinter dem Dollar steckt kaum noch Wirtschaftskraft, jedes Jahr übersteigen die amerikanischen Importe die Exporte um hunderte Milliarden Dollar und die Finanzwirtschaft kann dieses Defizit nur Ausgleichen indem täglich riesige Geldmengen von Außen in das System fließen. Das funktioniert aber nur solange wie der Dollar stark und Krisensicher ist und das investierte Kapital auch noch einen gewissen Gewinn abwirft. Dies kann die amerikanische Wirtschaft aber schon lange nicht mehr gewährleisten da außer dem Export von Agrargütern, der aufgrund mehrerer Missernten in Folge jetzt auch noch wegzubrechen droht, und von Rüstungsgütern kaum noch realwirtschaftliche Einnahmen erzielt werden. Die restlichen Wirtschaftszweige werfen trotz prominenter Einzelbeispiele wie Boing oder Microsoft kaum echte volkswirtschaftliche (Export-)Gewinne ab, selbst die vielgepriesene Autoindustrie ist nur noch ein Schatten ihrer selbst und halb Detroit arbeitslos. Die Stadt kann sich nicht mal mehr den Strom für die Straßenbeleuchtung leisten. Der einzige Grund warum der Dollar nicht fällt wie ein Stein ist die Tatsache das auf den Weltmärkten alles von Getreide über Schwermaschinen bis zum Rohöl in Dollar bezahlt wird und alle Staaten dieser Welt einen Großteil ihrer Devisenreserven in Dollar oder US-Schatzanleihen angelegt haben. Deshalb hat zur Zeit niemand auf der Welt ein Interesse an einem schwachen Dollar und jeder auf der Welt stützt ihn. Für die FED besteht außerdem der Vorteil das sie aufgrund der hohen Umlaufmenge ziemlich viel Geld drucken kann ehe es sich in einer nennenswerten Inflation niederschlägt was die Blase natürlich weiter wachsen lässt.

Sollte sich die Welt nun besinnen und anfangen auf den Weltmärkten mit einer anderen Währung als dem Dollar wie zum Beispiel dem Euro oder aber auch dem Yen oder irgendeiner Währung eines OPEC-Staates zu bezahlen würde damit auch einhergehen das die Staaten der Welt ihre Devisen in diese Währung umschichten würden. Ein Prozess der 1999/2000 schon einmal begonnen hatte als die Eurozonenwährungen schon mit einem festen Wechselkurs an den Euro als Buchgeld gebunden waren. Die USA hätten plötzlich das Problem, das sie die Umlaufmenge des Dollars unglaublich reduzieren und den Wert für ihre Importe erst einmal erwirtschaften müssten weil sie um ihre Importrechnungen zu bezahlen erst mal die entsprechenden Dollarbeträge und damit den entsprechenden Teil ihrer Wirtschaftskraft in eine andere Währung konvertieren müssten. Dies funktioniert natürlich nur solange hinter dem Dollar überhaupt eine entsprechende Wirtschaftskraft steht, was nicht der Fall ist. Mit anderen Worten die amerikanische Wirtschaft wären binnen Wochenfrist pleite und könnte sich nicht mal mehr leisten genug Öl zu importieren um genug Feuerzeugbenzin herzustellen und das in einem Land in dem täglich immer noch Millionen Liter Öl und Diesel zur Stromerzeugung verfeuert werden. Eine wirtschaftliche Katastrophe ungeahnten Ausmaßes. Das ist zwar etwas überspitzt ausgedrückt weil die USA eigene Ölreserven haben bzw. kontrollieren die sie in den letzten Jahrzehnten sogar geschohnt haben aber genug für den Eigenbedarf könnten sie trotzdem niemals fördern, außerdem gibt es Rohstoffe wie beispielsweise bestimmte Metalle oder seltene Erden über die die USA überhaupt nicht verfügen.
Das einzigste was die Amerikaner noch härter treffen könnte als eine neue Leitwährung wäre wenn sich das internationale Währungssystem auf einen neuen Realstandard verständigen würde. So was gab es bis 1973 schon mal. Im Bretton-Woods-System war festgelegt das die Geldmenge die ein Staat ausgeben darf an die vorhandenen Goldreserven gekoppelt war. Schon damals ließen es die USA dadurch platzen das sie eine Geldmenge ausgaben die ihre Reserven um ein vielfaches überstieg. Heutzutage würde ein solcher Realstandard wohl auf einem Mix aus Infrarstrukturwert und Rohstoff- bzw. Edelmetallreserven aufbauen Wieder schlecht für die USA, damit wären sie nicht binnen einer Woche sondern über Nacht ruiniert. Ihre Infrarstruktur verkommt zusehends, in manchen Bundesstaaten wie Texas oder Missouri fühlt man sich wie in einem Drittweltland und Rohstoffreserven die nicht gleich wieder verbraucht werden sind nicht oder kaum vorhanden. Ein solches System wäre am gerechtesten, würde aber auch andere Staaten hart treffen und ist deshalb wohl leider Utopie.

Als abschließender Punkt noch der höchst schlichte und elegante Racheplan, denn es wäre wirklich einfach. Wenn man mal die ‚Agenten‘ der angloamerikanischen Finanzmärkte, wie eben Herrn Draghi, aber auch andere, aus den Euro- und EU-Gremien entfernen würde und sich die Eurozone dann mal endlich wieder halbwegs einig wäre, könnte man einen Staat wie die USA mit dem Außenhandelsdefizit und einem täglichen Kapitalbedarf von außen im zweistelligen Milliardenbereich leicht mit seinen eigenen Mitteln schlagen. Kein Staat dieser Erde ist nämlich so anfällig für derlei finanzmarkttaktische Angriffe wie die USA sie so lieben wie eben die USA selber. Mit einer nur leichten Verringerung des Kapitalflusses in diese Richtung könnte man deren Wirtschaft praktisch über Nacht zu Grunde richten, man müsste nur vorher die eigenen Finanzmärkte gegen die Wellen die das nach sich zieht absichern und das funktioniert nur wenn die Europäer endlich wieder die Kontrolle ihrer eigenen Finanzmärkte übernehmen und angloamerikanisch verseuchte Institutionen wie die EZB in ihrer jetzigen Form und Personalbesetzung aber auch den IWF und die Weltbank außen vor hält.

Gruß Sera

 

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