Sci-Fi Roman

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit einem neuen Projekt. Ich versuche mich daran eine Science-Fiction Reihe mit dem Titel Die Herausforderung zu schreiben und werde an dieser Stelle die Rohversion veröffentlichen, in unregelmäßigen Abständen kapitelweise erweitert. Ich erwarte konstruktive Kritik und hoffe ihr habt Spass beim Lesen.

Titelbild

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Prolog

Da steht Sean Levoy nun, seine Bürgerrechte für die Föderation, für die er hart gearbeitet hat, verloren. Keinen müden Galac mehr in der Tasche und seine Passage für die Heimreise verpfändet. Hier an den Klippen nahe der Stadt Harrisburg des grünschäumenden Meeres von Kopernikus versucht er zu verstehen was passiert ist.

Dabei hat alles so gut begonnen: Er war, mit mehreren guten Tipps wie er das am schnellsten bewerkstelligen könne, hierher gekommen um sich abseits der beschränkten Möglichkeiten seines Heimatplaneten eine Existenz aufzubauen. Zu Anfang hatte auch alles gut funktioniert, mit dem Startkapital das er von seinen Eltern bekommen hatte, kaufte Sean eine Transmitterpassage von Terre Deux nach Kopernikus, eine der fortschrittlichsten Welten der Föderation, hier angekommen hatte er noch genug für die Gebühren und die Schmiergelder, die ihm eine Arbeitserlaubnis einbrachten sowie ein paar Monate Miete für ein kleines Zimmer in der Hauptstadt Hyannisport. Auch wenn seine Heimat ein bisschen rückständig war, so hatte seine Familie, die immerhin zu den größten Grundbesitzern auf der ‚Zweiten Erde’ gehört, doch dafür gesorgt das er eine ausgezeichnete Ausbildung erhielt, also hat Levoy keine Schwierigkeiten eine gut bezahlte Stelle in der zentralen Wetterkontrolle zu finden. Bald verdient er genug Galacs um sich das Ticket für einen Transmitterübergang nach Hause zu besorgen und etwas auf die hohe Kante zu legen. Nun da er sich ein gewisses Sicherheitsnetz geschaffen hat wird er mutiger und beginnt damit Geschäfte an den Börsen, zunächst von Kopernikus, zu tätigen. Er erweist sich vor allem im Aktienhandel als so geschickt, dass er schon bald seinen Job kündigt um sich ganz auf das Börsengeschäft zu konzentrieren. Einen Teil seines schon recht beachtlichen Überschuss investiert er nun auch vorsichtig an der Ware and Raw, der größten Warenterminbörse des Systems. Er beweist großes Geschick darin Aktien mit lukrativen Kurszuwächsen auszuwählen und schaffte es sogar ins Rohstoffgeschäft einzusteigen indem er sich Optionen an der Ausbeutung eines Gasriesen sichert, in dessen Atmosphäre es die seltenen Elemente gibt die für den Transmitterbau so dringend gebraucht werden, einige der wenigen Rohstoffe die im Einflussbereich der Menschheit noch rar und teuer sind. Levoy wird zu einem Makler und Rohstoffhändler, der sogar mit einem gewissen Respekt behandelt wird. Er verdiente mehr und mehr Geld und schon nach drei Jahren hatte er genug beisammen um sich eine Bürgerurkunde der Vereinten Galaktischen Föderation zu kaufen. Für einen Bauernsohn der von einer reinen Agrarwelt wie Terre Deux stammte nicht schlecht. Sicher, die Farm seines Vaters gehört zu den ausgedehntesten und ertragreichsten des ganzen Planeten, was ihm zu einer Kindheit in wohlhabenden Verhältnissen und den Zugang zu allen Informationen des galaktischen Netzwerks verholfen hatte, aber trotzdem war er froh, dass ihn der Planet auf dem er aufgewachsen war nicht so stark geprägt hatte wie er anfangs befürchtet hat.

„Vereinte Galaktische Föderation“, welch hochtrabender Name für eine Zivilisation die gerade mal 150 von vielen 100 Millionen Sternsystemen in der Milchstrasse wirklich beherrscht, in einigen Dutzend weiteren Rohstoffgewinnung betreibt, jetzt langsam ihre Fühler zu den Magellanischen Wolken ausstreckte und bei ihrer Expansion noch nie auf Widerstand gestoßen ist, hat er gedacht als er sich zum ersten Mal während seiner Ausbildung mit Geschichte beschäftigt hat. Es scheint so als gäbe es keine anderen intelligenten Lebensformen als die Menschen in der Galaxis und außer gelegentlichen Aufständen abtrünniger Kolonien, der Letzte lag beinahe 300 Jahre zurück, gibt es keinerlei Ärger. Die Menschheit breitete sich mit Hilfe der Transmittertechnologie in der Galaxis aus, siedelt sich dort an, wo die Bedingungen es zulassen und beuten die restlichen Systeme aus. Die Folge ist ein beispielloser Reichtum, da es nun Rohstoffe für beinahe jeden Zweck, in Hülle und Fülle gibt. Die Menschen sind friedlich geworden, die Regierung nicht wirklich schlecht, die Korruption hält sich in Grenzen und die Beamten werden dabei nicht einmal übermäßig gierig. Kurzum der Mensch hat den Kampf ums Überleben, die Freiheit, Raum oder die Vorherrschaft verlernt, weil jeder man, genauso wie er, damit beschäftigt ist Reichtum anzuhäufen und sich, wenn möglich auch noch ein bisschen Macht und Unabhängigkeit zu erkaufen.

Als er gerade der Meinung ist, dass er seine persönlichen Ziele erreicht hat und es nun an der Zeit war nach Hause zurückzukehren und eine Familie zu Gründen, traf ein Forschungsschiff der Zaptek, am 2. März 2745, auf Alpha, eine Kolonie der Menschen im Riegelsystem. Diese Fremden sind den Menschen eigentlich gar nicht so unähnlich: humanoider Körperbau, im Schnitt etwa eineinhalb Meter groß, benötigen ein Stickstoff/Sauerstoffgemisch von etwa 80 zu 20 zum Atmen und beherrschen ihrer eigenen Aussage nach 112 Sternensysteme. Ihre Staatsform ähnelt sogar einer Demokratie. Sicher, mit ihrem braun-grauen Fell, den kleinen Stoßzähnen und den gelben, lichtreflektierenden Augen sehen sie etwas seltsam aus, aber es gibt eigentlich keinen Grund warum es nicht möglich sein sollte vernünftige diplomatische Beziehungen mit ihnen einzugehen. Über viele üble Eigenschaften wie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ist die Menschheit glücklicherweise seit mehreren Jahrhunderten hinweg.

Auf jeden Fall löst der Kontakt mit den Zaptek, im Ausblick auf gute Handelsbeziehungen, einen Boom an der Ware and Raw aus den Levoy nicht verpassen will. Also, beschließt er noch ein paar Monate auf Kopernikus zu bleiben und weiter Geld zu verdienen, vielleicht sogar genug um einen Adelstitel von der Föderation zu erwerben. Etwa ein halbes Jahr läuft auch alles bestens. Der Handel florierte, die Aktienkurse steigen in schwindelerregende Höhen und er häuft genug Geld an, um für den Rest seiner 230 oder 40 zu erwartenden Lebensjahre nie wieder einen Finger rühren zu müssen – und dabei ist er erst 25. Er ist wohlhabend und auch ziemlich selbstzufrieden geworden. Außerdem hat er festgestellt, dass der Kontakt zu seinen Freunden von der Wetterkontrolle eingeschlafen ist, dort hat er, ganz entgegen seines Charakters, die meisten halten ihn für ein wenig eigenbrötlerisch und egozentrisch, schnell Bekanntschaften geschlossen und sich rasch zugehörig gefühlt. Nachdem er ein bisschen darüber nachgedacht hat kommt er zu dem Schluss, dass eben sein altes Benehmen wieder die Oberhand gewonnen hat, nachdem er von den ersten Eindrücken auf diesem für ihn völlig neuen Planeten eingeschüchtert gewesen war und er hat, nachdem seine Geschäfte an den Börsen gut liefen auch nicht mehr viel Zeit gehabt um irgendwelche Kontakte zu pflegen. Lediglich seinen Eltern lässt er einmal im Monat einen ausführlichen Nachrichtenkristall zukommen. Vielleicht sieht er es deshalb nicht kommen, er interpretiert alle Nachrichten die er hört selbst ohne mit jemanden darüber zu diskutieren und mit der Meinung das ihm jetzt kaum noch etwas passieren konnte wurde Sean unvorsichtig.

In der Zwischenzeit hat die Regierung der Föderation von Genf (Erde) aus, ein komplettes diplomatisches Korps zur Heimatwelt der Zaptek entsandt um einen ersten Kontakt herzustellen und ein bisschen habgierig wie die Menschheit nun einmal geworden ist, gleich Handelsverträge auszuhandeln. Allerdings müssen die Delegierten von Schiffen der Zaptek transportiert werden da diese keine stationären Transmitter wie die Föderation verwendeten. Die Fremden bewegen sich nämlich mit einem Raumschiffantrieb durch den Raum der zwar auf demselben Prinzip wie die Transmitter beruht, das haben Sensorscans von abfliegenden Zaptek bewiesen, aber eben in Raumfahrzeugen eingebaut sind. So können diese Wesen ein beachtliches mobiles Waffenpotential in einem Durchgang von System zu System schaffen. Da die Menschen lediglich über systemgebundene Flotten verfügen und diese auch nicht durch ihre Transmitter schicken können, da hier nur Dinge von einer Seitenlänge von weniger als neun Metern den Übergang zu passieren vermögen, gibt es für den Rat zwei Prämissen: Zum Einen will er, dass die Zaptek den Menschen auf jeden Fall wohlgesonnen bleiben, zum Anderen irgendwie diese Antriebstechnologie erwerben. Dies wird mit einem solchen Enthusiasmus betrieben das der Rat der Föderation versucht die ganze Sache zu beschleunigen indem er beschließt den Zaptek für gute Beziehungen drei Sternsysteme zu überlassen. Zwei in denen es Planeten gibt auf denen das Terraforming bereits abgeschlossen ist und die nur noch besiedelt werden mussten und eins das nur Gasriesen und Asteroiden, dafür aber viele Rohstoffe enthält. Leider gibt es auf einem der bewohnbaren Planeten bereits eine kleine menschliche Kolonie. Der Rat sieht darin allerdings kein Hindernis und befiehlt einfach die Räumung.

Die Siedler zeigen sich aber wenig kooperativ und als eine Expedition der Zaptek eintrifft um die angebotenen Planeten zu begutachten greifen sie sie an. Die Kolonisten haben zwar nicht den Hauch einer Chance die Zaptek ernsthaft zu gefährden, töten aber unglücklicherweise mehrere der potentiellen Verbündeten der Föderation. Da das Leben für die Zaptek etwas absolut Heiliges darstellt brechen sie wenig später alle Beziehungen zu den Menschen ab und nachdem einer der Diplomaten, der sich als Agent des Föderationsgeheimdienstes entpuppt hat, auch noch dabei erwischt wird wie er versucht vor seiner Abreise von Zapteka die Konstruktionspläne ihres Antriebs zu stehlen erklären sie der Föderation den Krieg, da sie die Menschen für wild und gefährlich halten und meinen eine weitere Ausbreitung deshalb verhindern zu müssen. Es ist also praktisch genau das eingetreten vor dem sich der Rat der Vereinten Galaktischen Föderation am meisten gefürchtet hat.

Auch wenn die Medien die ganze Entwicklung minutiös verfolgt hatten und die Berichte die Lage treffend und genau wiedergegeben haben, rechnet doch keiner ernsthaft mit einem Krieg bis es zu spät ist.

So trifft auch Sean dieser Konflikt und der beinahe unvermeidlich damit einhergehende Crash an der Börse völlig überraschend. Seine Aktien sind innerhalb von Stunden nach der Kriegserklärung wertlos und die Rohstoffe mit denen er vornehmlich handelt, werden für die Kriegsproduktion auch nicht gebraucht, so dass auch diese Preise schnell ins Bodenlose fallen. Aus dem Geschäft mit TM-Elementen ist er ausgestiegen da ihm die Vorlaufkosten zu hoch waren, zwar nicht ohne die Schürfoptionen mit einem Riesengewinn zu verkaufen, aber das Geld hat er gleich wieder in Aktien investiert, die jetzt genauso wertlos waren wie alles andere. Seine sonstigen Waren- und Rohstoffbestände sowie Kauf- und Schürfoptionen sind nur noch ein Zehntel von dem Wert was sie ihn gekostet haben. Trotzdem muss er sie verkaufen um seine Verluste im Aktiengeschäft wenigstens teilweise auszugleichen.
Um sich wenigstens über Wasser halten zu können und den Teil seiner restlichen Schulden zu bezahlen auf denen hohe Zinsen liegen verkauft er schließlich seine Bürgerurkunde und da die Transmitter für den Privatverkehr geschlossen sind verpfändet er am Ende sogar seine Passage nach Hause, die er ganz zu Anfang seiner Zeit hier gekauft, und die er jetzt seit fünf Jahren wie einen Talisman behütet hat, obwohl er schon ein halbes Dutzend mal seine Familie in Noël-Wissembourg, auf Terre Deux, besucht hat. Da sie im Moment aber unbenutzbar ist bekommt er auch hierfür nur noch einen Bruchteil des früheren Wertes.

Hier steht er nun also an den Klippen und überlegt wie es weitergehen soll.

Die Herausforderung – Prolog als PDF

 

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