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Alle Jahre wieder

11 Sep

Ich weiß, es ist ein jährlich wiederkehrender Streitpunkt aber ich muss mich mal darüber auslassen:

Bereits Ende August, vor über einer Woche, bin ich in der Bredeneyer ALDI-Filiale über die ersten Weihnachtsartikel gestolpert, nicht etwa Deko für ganz frühe Planer sondern tatsächlich schon Christstollen, Dominosteine und Lebkuchen. Dieses Erlebnis setzte sich in den vergangenen Tagen in Filialen von REWE und EDEKA munter fort, was bei mir einen immer größer werdenden Brechreiz auslöste. Als ich dann Mitte der vergangenen Woche auch noch miterleben musste wie städtische Mitarbeiter am Kennedyplatz anfingen Lichterketten aufzuhängen war ich nun wirklich komplett bedient. (Mittlerweile ist mir wieder eingefallen, dass dies auch für die Essener Lichtwochen ab dem 28. Oktober geschieht, aber erst einmal passt es ins negative Gesamtbild)

Gilt bei mir bis zum Ersten Advent

Es ist ein Klischee, es ist nur gefühlt usw. trotzdem wird es jedes Jahr früher. Ich habe es wegen eben dieses Abwiegelns seitens des Einzelhandels in den vergangenen Jahren extra in meinen Kalender eingetragen. 2011 sind mir am 5. September die ersten Weihnachtssüßigkeiten in den Läden aufgefallen, 2010 sogar erst am 7., trotz meiner nicht repräsentativen Einzelaufzeichungen zeichnet sich hier ein Trend ab den ich nicht fortgeführt sehen möchte, sonst gehen wir bald vom Oster- ins Weihnachtsgeschäft über, umgekehrt ist es ja praktisch schon der Fall. Da können auch die zwischenzeitlich aus den USA importierten Ablenkungsmanöver von Valentinstag und Halloween nicht drüber hinwegtäuschen.

Dies sollte jedem passieren der uns allzu früh mit Weihnachtsfreuden ‚beglücken‘ will

Ich werde es auf jeden Fall weiterhin so halten, dass ich vor dem 1. Advent keiner Weihnachtssüßigkeiten kaufe oder Deko aufhänge, außerdem backe ich meine Plätzchen sowieso selber und zwar nur in der Adventszeit. Außerdem versuche ich die weihnachtliche Aufmachung der Innenstädte und Geschäfte zu ignorieren. So bleibt einem auch die Weihnachtsfreude bis zum eigentlichen Fest erhalten. Ich kann nur jedem raten es mir gleich zu tun. Ansonsten verlieren wir noch komplett die Freude an der heiligen Weihnacht und bekommen bald im Hochsommer mit dem Vanilleeis noch die ersten Vanillekipferl gereicht. Eine schauderhafte Vorstellung.

Gruß Sera

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Kurzgedanken zur Landtagswahl NRW 2012

14 Mai

Normalerweise neige ich nicht dazu ein erwartungsgemäßes Ergebnis zu kommentieren und lasse mich deshalb auch nur dazu hinreißen zu schreiben, dass ich mehr als froh bin, dass es in NRW zu keiner Großen Koalition kommt.

Wappen des Landes Nordrhein-Westfalen

Auf Nimmerwiedersehen Herr Röttgen, der in sein geliebtes Berlin zurückkehrt wo er sich nach dem Ergebnis aber trotz Mama Merkels Unterstützung wohl auch nicht mehr lange halten können wird. Seehofer und Co wetzen schon die Messer, die Gouhle umkreisen das geschwächte Opfer. Und wer weiß, hin und wieder hat auch die CDU schon mal einen gescheiten Umweltminister hervorgebracht, der wirklich erst an die Umwelt und nicht an 5 ct Mehrkosten für Industrie oder Spediteure gedacht hat, siehe Klaus Töpfer, der für die damalige Zeit erstaunliches erreicht hat. Ein Nachfolger kann so und so nur besser werden und vielleicht wird er sogar gut.

Nach der fortgesetzten Selbstzerfleischung und der Haltung im letzten Landtag, die eigentlich einer Duldung der Minderheitsregierung Kraft gleichkam war ein gewisser Stimmerverlust für die Linkspartei wohl vorprogrammiert. Die Masse hat mich dann allerdings schon etwas überrascht. Hier wäre es dringend geraten gewesen schon nach der Wahl 2010 klarer zu bestimmen wie man zur SPD und der Opposition steht. Vor allem nach der rüden Form mit der Frau Kraft die Koalitionsverhandlungen scheitern lies.

Allerdings hat die Piratenpartei allen enttäuschten Linkspartei- und sonstigen Protestwählern ja dankbar Asyl gewährt. Hier ist meiner Meinung nach aber vorerst nicht viel mehr zu erwarten als ein ‚einfühlen‘ in den Parlamentsbetrieb und einigen ziemlich wirren Abstimmungsergebnissen. Auch bleibt abzuwarten ob die Piraten es wirklich schaffen eine parlamentsfähige Partei zu werden oder vielleicht doch besser in der APO aufgehoben sind.

Mal sehen was Frau Kraft mit ihrer nun doch recht komfortabelen Mehrheit so treibt oder ob sie die fast schon traditionelle Amnesie bekommt die SPD Spitzenpolitiker in Bund und Ländern in den letzten 15 Jahren in Bezug auf Wahlkampfversprechen befällt wenn die Wahlen galaufen sind. Wenig genug Versprechen hat sie jedenfalls gemacht, möglich wäre also, das sie sie tatsächlich einhalten will.

Gruß Sera

PS Herzlichen Glückwunsch an Borussia Dortmund und alle Fans. Und viel Glück an Fortuna Düsseldorf für die Relegationsrückrunde. Ich fände es echt klasse euch nach 15 Jahren wieder in der ersten Liga zu sehen.

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Dies und Das

10 Apr

Hallo Leute,

Viel ist passiert in den letzten paar Wochen und so machen wir einen kleinen Schlenk durchs Revier.

I. Station: Oberhausen goes Hollywood. Die im Ruhrgebiet bekannte und in Oberhausen ansässige Filmproduktionsfirma Steel WorX dreht den neuen Kinofilm „Kleine Morde“ zum Teil im Oberhausener Ratssaal. Laut NRZ wird der Saal im Rathaus am Galgenberg dafür in einen futuristischen Gerichtssaal verwandelt,  auch für andere Standorte in der Stadt wurden Drehgenehmigungen beantragt, denen der Rat, neben der Freimachung des Ratssaals, bereits begeistert entsprach. Auch buhlt die Stadt derzeit darum Heimat des neuen WDR Tatort aus dem Ruhrgebiet zu werden. Neben den anderen Bewerbern Essen, Mülheim, Gelsenkirchen und Dortmund werden Oberhausen zwar nur Außenseiterchancen eingeräumt, dafür ist die Stadtverwaltung,  die sich davon einen weiteren Tourismuszuwachs verspricht, mit Elan bei der Sache. Und außerdem: Dortmund ist doch eigentlich schon Westfalen, Mülheim zu klein, Gelsenkirchen zu hässlich und Essen im WDR zu überrepräsentiert. Bleibt eigentlich nur Oberhausen übrig.

II. Station: Im Essener Norden treibt zur Zeit scheinbar ein Brandstifter sein Unwesen. Offiziell wurde noch nichts bekannt gegeben aber es gab eine auffällige Häufung von Bränden in Katernberg, Stoppenberg und dem Nordviertel die mit Statistikausreißern eigentlich nicht mehr zu erklären sind. Dem bislang aufsehenerregendsten Feuer viel das sog. Haus auf Zeit auf dem Gelände des Weltkulturerbes Zeche Zollverein zum Opfer. Hier spricht die Polizei und die zuständigen Brandermittler der Feuerwehr zwar von Brandstiftung, aber noch läßt sich keiner zu einer Aussage über einen Serientäter verleiten.

III. Station: Am kommenden Samstag, den 16.04.2011 um 10:00 Uhr findet im Düsseldorfer Landtag ein Bürgerkongress zum Thema „Energiewende in NRW durchsetzten – Anti-Atom-Konferenz“ statt. Es geht um die Abschaffung der Kernenergie und dem Ausstieg aus der Kohleverstromung sowie den Ausbau der Erneuerbaren. Es sprechen Vertreter aus Wirtschaft und Politik sowie einiger Bürgerinitiativen. Auch werden die hohen Strompreise ein Thema sein und die Möglichkeiten ausgelotet sie durch eine Rekommunalisierung von Stromnetzten und Erzeugung in den Griff zu bekommen. Ausrichter ist die Fraktion der Linkspartei unter der Duisburger Abgeordneten Anna Conrads. Es wird um eine Anmeldung bis zum 13.04. unter der Telefonnummer 0211/ 884-4648, oder per Mail bei: bianca.thiele@landtag.nrw.de gebeten

IV. Station: Das Bildungspaket für HartzIV-Empfänger, hier mahnt die NRZ heute an, dass von 40.000 möglichen Antragstellern alleine in Essen bislang nur 300 dieses Recht in Anspruch genommen hätten und weist darauf hin das die entsprechende Frist bis Ende des laufenden Monats ausläuft, zumindest was eine eventuelle Nachzahlung ab Januar 2011 angeht. Es gibt kein Konzept, keine genauen Angaben für welche Leistungen eigentlich ein Antrag gestellt werden kann und die erste, ungenaue, Infokampagne ist erst vor kurzem im Internet angelaufen, wo auch erst seit heute die vorläufigen Formulare zu finden sind. Ein Medium für dessen Benutzung im Regelsatz kein Geld vorgesehen ist und das auch nicht viele HartzIV-Empfänger benutzen (können). So kann die Regierung hinterher wenn es um die Auswertung des Erfolgs der ganzen Kiste geht natürlich genau die üblichen Stammtischmeinungen forcieren, das Hartz Familien sowieso kein Intersse an Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe hätten und sich nicht besonders angestrengt wird da es ja nicht um Bier und Zigaretten gehe und wieder mal Stimmung gegen den ärmeren Teil der Bevölkerung durch ein absichtlich undurchführbares Gesetzt zu machen.

V. Station: Noch ein Termin zum Abschluß. Am kommenden Mittwoch, den 13.04.2011 findet um 18 Uhr in der Duisburger Salvatorkirche ein Konzert im Gedenken an die Opfer der Loveparade statt. Etwa 160 junge  Musiker und Betroffene gestalten unter der Leitung der Mülheimer Musiklehrin Annegret Keller-Steegmann diesen hoffentlich mutmachenden Abend und werden alle Zuhörer hoffentlich ein wenig unterhalten nach hause schicken. Mit dabei sind unter anderem junge MusikerInnen der Musikschule Oberhausen, anderer Schulen und privater Musiklehrer

Gruß Sera

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Bürgermeister Paß werbewirksames Scheinmanöver

9 Mrz

Hi!

Jetzt wird unser Bürgermeister richtig niedlich. Um, wie er sagt, nicht nur bei den Häuptlingen zu sparen wird die Dezernentenstelle von Stadtdirektor Christian Hülsmann nicht wiederbesetzt außerdem gäbe es ja da noch den Einstellungsstop durch die Bezirksregierung. Wirklich phantastisch:

1. Bislang hat die Bezirksregierung noch jede Stellenbesetzung auf der Ebene genehmigt.

2. Wie die Ratsopposition richtig bemerkt hat, hat er momentan keine Chance die Stelle mit einem parteinahen Mitarbeiter zu besetzten, was ihm überhaupt nicht passen dürfte, da die momentane Ratsmehrheit ihm schon genug Gegenwind einbringt.

3. Nach den jüngsten Etatkürzung und der Tatsache das die Bezirksregierung faktisch die Kontrolle über weite Teile der Stadtverwaltung übernommen hat bleibt in dem Bereich den Hülsmann bislang betreute sowieso fast nichts zu tun. Personal und Organisation obliegen mittlerweile komplett dem Reierungspräsidenten. Von Sport und Freizeit ist nach der Sparwut der letzten Jahre eh nichts mehr übrig und Feuerwehr und Systemhaus können mit ihren Notetats sowieso nichts anderes als im vergangenen Jahr machen.

4. In den Medien wie WAZ und Lokalzeit schaut ein solches Verhalten natürlich wirklich gut aus.

Deshalb kann man nur sagen: Daumen hoch, anstatt sich zu kümmern das im Rathaus mal die Abteilungsleiter ohne Abteilung verschwinden, ernsthaft, es gibt in der Stadtverwaltung immmer noch zuständige Abteilungsleiter für Schwimmbäder und Sportstätten die gar nicht mehr existieren bzw. ohne untergebenes Personal von denen eigentlich keiner weiß was die Damen und Herren eigentlich den ganzen Tag treiben, gibt Paß lieber Interviews in denen er hervorhebt wieviel er doch einspart indem er EINE Stelle nicht wiederbesetzt, was die Opposition wahrscheinlich ehe verhindern wird so das alles beim Alten bleibt und er es sogar auf die CDU schieben kann. Andere Einsparmöglichkeiten wie die seltsame Zersplitterung der Essener Stadtverwaltung oder mehrere überflüssigen Bezirksverwaltungen mit Öffnungszeiten die es neunzig Prozent der Bürger ehe unmöglichmachen sie zu nutzen oder nutzlose Stadtentwicklungsgesellschsaften die seit ihrem Bestehen nichts Sinnvolles zustande gebracht haben braucht man gar nicht erst weiter anzusprechen. Alles in allen ein verstandloser Werbegag der wahrscheinlich nicht mal von dauer ist.

Gruß Sera

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Westerwelle spielt für Klientelinteressen mit dem Leben deutscher Staatsbürger

3 Feb

Hallo folk!

Ist eigentlich schon mal jemanden aufgefallen, dass es keine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für Ägypten oder Tunesien gibt. Nicht mal Teilreisewarnungen für Kairo, Alexandria oder Tunis, wo die Lage wirklich brenzlig ist. Nein unser Außenminister bleibt seiner Linie und vor allem seinen Freunden und Spendern in der Hotel- und Reisebranche treu und gibt keine offizielle Reisewarnung heraus, wohingegen die für einige andere Länder wie beispielsweise Mali wo es seit Jahren ruhig ist weiter aufrecht erhalten wird, die kamen ja auch noch von den Vorgängern.

Lediglich in den Reise- und Sicherheitshinweisen zu denen man sich auf der Homepage des Auswärtigen Amtes über die Länderliste erst umständlich durchklicken muss steht dann allerdings an erster Stelle: „Das Auswärtige Amt rät aufgrund der aktuellen Entwicklungen und der instabilen Lage von Reisen nach ganz Ägypten dringend ab.“ Da dies allerdings nur unter den aktuellen Hinweisen aufgeführt wird ergeben sich folgende Konsequenzen:

1. Das ganze ist keine offizielle Reisewarnung und Reiseveranstalter, Fluggesellschaften und Hotelbesitzer sind nicht verplichtet kostenlose Stornierungen gebuchter Reisen, Flüge usw. durchzuführen bzw. die Reisen in die betroffenen Gebiete einzustellen. Heute und morgen gehen von Düsseldorf und Köln/Bonn ganz planmässig Flüge nach Sharm-el-Sheik, Hurgahda und sogar Kairo ab.

2. Viele Menschen nehmen wirklich nur die offiziell ausgesprochenen Reisewarnungen ernst und klicken sich nicht mal zu den Sicherheitshinweisen durch wenn sie auf der Seite mit den Reisewarnungen nichts finden. Also fliegen immer noch eine Reihen von gücklichen Idioten nach Ägypten und Tunesien, bzw. bleiben dort und denken sich das schon alles wieder in Ordnung ist weil sie ihr Außwärtiges Amt ja schließlich nicht gewarnt hat.

3. Die Bundesregierung kann nur in sehr geringen Maße Druck ausüben wenn deutsche Staatsbürger in Ägypten und Tunesien in Schwierigkeiten geraten oder es nicht schaffen das Land zu verlassen. Außerdem kann sie deutsche Unternehmen in diesen Ländern nicht anweisen ihre dortige deutsche Belegschaft zu evakuieren oder Privatpersonen anweisen das Land zu verlassen.

Dankenswerter Weise verhalten sich die meisten der Reiseveranstalter und dort ansässigen Unternehmen ethischer als der Außenminister und verhalten sich so wie bei einer normalen Reisewarnung. Die meisten Reiseveanstaltung bieten zumindest eine kostenlose Umbuchung viele sogar eine kostenlose Stornierung an und die Mehrheit der dort tätigen deutschen Unternehmen evakuieren ihr Personal.

Daran kann man aber auch ablesen wie ernst die Lage in Ägypten und Tunesien ist. Wenn selbst Firmen wie RWE denen ihre Angestellten im allgemeinen herzlich egal sind anfangen ihr Personal zu evakuieren, aber alleine der Nachrichteninput aus dem Netz reicht, um als Laie zu sagen, dass frühere Außenmimister in dem Fall eine Reisewarnung ausgesprochen hätten.

Also könne wir folgendes festhalten: Mittlerweile ist Außenminister Westerwelle noch eine weitere moralische Stufe abgesunken. Anstatt sein Hotelklientel nur mit woanders dringend benötigtem Geld aus dem Bundeshaushalt zu versorgen oder über den ärmeren Teil der Gesellschaft herzuziehen um über Kürzungen der Sozialleistungen noch mehr Geld für sein Klientel im Bundeshaushalt freizumachen gefärdet er jetzt effektiv, absichtlich und sehenden Auges das Leben deutscher Staatsbürger. Wie gesagt nehmen viele Deutsche nur die offiziellen Reisewarnungen ernst, die die Reiseveranstalter aber auch dazu zwingen kostenlose Stornierungen Anzubieten und den Reisebetrieb einzustellen, also unter Umständen viel Geld kosten, das der Außenminister ihnen ersparen will. Auch lesen viele die Reisehinweise ohne offizelle Reisewarnung nicht, zumal sie auf der Homepage dann auch recht schwer zu finden sind. Sie denken also vielfach es ist alles wieder in Ordung und fliegen in die entsprechenden Gebiete oder bleiben dort, und dass ist nur möglich weil der Außenmister seinen Parteispendern Geld sparen will. Deshalb sollte jeder Deutsche der seit dem zweiten Tag der Unruhen verletzt wurde sich möglichst öffentlich und medienwirksam bei Westerwelle bedanken und sollten, Gott bewahre, dort noch deutsche Staatsbürger den Tod finden sollte man prüfen ob man den Außenminister nicht wegen fahrlässiger Tötung oder wenigstens Verletzung der Berufs- und Sorgfaltspflichten anzeigen kann. Mittlerweile sollten sich auch in den Reihen der Regierungsfraktionen genug Abgeordente finden um seine Immunität vor Strafverfolgung aufzuheben. Auf jeden Fall sollte man die Zusammenhänge in allen Medien so deutlich wie möglich aufzeigen.

Gruß Sera

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Jahresanfang und alles bleibt gleich

25 Jan

Hallo liebe Leser!

Dieses Blog scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Nachdem es nun schon aus mehreren Gründen größere Pausen gegeben hat, warf mich jetzt ein Bluthochdruckphänomen das sich laut Arzt irgendwo zwischen einer leichten Durchblutungsstörung im Gehirn und einem leichten Schlaganfall befindet für einige Wochen aufs Krankenlager und auch wenn es einem meiner WG-Mitbewohner recht schnell gelang Handy und MacBook ins Krankenhaus zu schmuggeln, musste ich feststellen das ich nicht in der Lage war längere Texte zu schreiben, so dass ich mich auf Linktipps über meinen Twitteraccount und ein bisschen redaktioneller Arbeit am Nordrhein-Westfalen Anzeiger der sich über gezielte Tweets mit Link und #NRW Hashtag ganz gut gestalten lässt, auch wenn er sich mittlerweile zum Selbstläufer entwickelt hat.

Also, es ist viel passiert in Essen und Umgebung, als erstes hätten wir da die unendliche Geschichte, na errät es jemand? Ja, der Schienengebundene Nahverkehr an Rhein und Ruhr. Jetzt scheinen die endlosen Mauscheleien um den Betrieb des VRR-Nahverkehrs endlich mal allen Beteiligten um die Ohren zu fliegen. Nachdem die Gerichte nun gezwungen sind eine Klage weiterzuverfolgen die Abellio vor einigen Monaten gegen die Bahn AG eingereicht hat, die heute aber niemand mehr will weil Abellio von der DB längst mit dem Betrieb der zwei S-Bahnlinien 5 und 8 bestochen werden sollte, kommt wahrscheinlich ein Altvertrag wieder zum tragen mit dem die Bahn letztes Jahr den VRR erpresst hat damit dieser den Schienenahverkehr bis 2023 ohne Ausschreibung in Ihren Händen belässt. Nachdem dieser Altvertrag den VRR zu sofortigen Zahlungen von 120 Mio Euro verplichtet hätte, der finanzielle Ruin von VRR und den dahinterstehnden städtischen Nahverkehrsunternehmen, ging der VRR auf die Erpressung ein und handelte einen Neuen, längeren Vertrag ohne Ausschreibung aus, welcher wahrscheinlich für ungültig erklärt oder zumindest vom Kartellamt zerpflückt wird. Da die Klage von Abellio mittlerweile zum Selbstläufer geworden und nicht mehr zuückgezogen werden kann, weil das Bundeskartellamt den Deal zwischen Abellio und der Bahn um den Betrieb der schon erwähnten S-Bahnlinien unterbunden hat, führt nun kein Weg mehr an der gerichtlichen Prüfung des neuen Vertrages zwischen DB und VRR vorbei der, weil ohne Ausschreibung vergeben, mit Sicherheit in Teilen, wahrscheinlich aber komplett, für nichtig erklärt wird.

Den ehemaligen VRR-Chef Husman wird es freuen er war aufgrund seiner Weigerung sich von der Bahn erpressen zu lassen vom NRW Abteilungsleiter im Bundesverkehrsministerium Wolff (CDU) gefeuert worden, der dafür die Stelle des Hauptgeschäftsführers beim DB gesteuerten Verbandes Deutscher Verkehrunternehmen bekam.

Da der VRR nicht in der Lage ist die dann anfallenden 120 Mio € zu begleichen wäre der VRR der ‚Vertragsbrecher‘ und könnte die Bahn nur noch dazu zwingen eine Art Notversorgung mit ausgedünnten Takten, verkürzten Zügen und Fahrzeugen der Wahl, also wahrscheinlich den ältesten Klapperkisten die rumstehen, anzubieten. Ein Zustand der von der Gerichtsentscheidung am 8. Februar an mehrer Monate Anhalten könnte, den so eine Ausschreibung braucht schon ihre Zeit. das würde der VRR und die Bahn dann endlich mal selbst miterleben. Auf die gegenseitigen Schuldzuweisungen in der Presse bin ich jedenfalls jetzt schon gespannt, außerdem bin ich gerade dabei mich nach einem gebrauchten Kleinwagen für die nächsten paar Monate umzusehen. Dies sollten alle SPNV Nutzer im VRR tun.

Dann versank die Stadt noch im Schneechaos und taute wieder auf. Allerdings langsamer und unter viel größeren Schwierigkeiten als alle anderen Städte im Pütt. (Natürlich wurde trotz verdoppelter Schneeräumgebühr in meiner Straße überhaupt nicht geräumt und wenn schon da nicht könnte ich mich mit der Abgabe vielleicht noch wohl fühlen wenn die Wirtschaftsbetriebe die Innenstadt und sonstige Fußgängerzonen sowie die EVAG-Anlagen eisfrei halten würden aber natürlich, die 107 fuhr bekanntermaßen tagelang gar nicht und den Versuch meine Großeltern in Borbeck am Heiligen Abend zu besuchen bezahlte ich mit einem verstauchten Fuß und einigen herrlichen blauen Flecken auf meiner Schulter und dem rechten Arm. Ich hatte doch tatsächlich gedacht, nachdem ich mit der S-Bahn bis zum Borbecker Bahnhof gekommen bin, würde es mir gelingen die letzten 500m auch noch zurückzulegen. Dummerweise entsprechen diese 500m der Marktstraße die den Hügel hoch zum Germaniaplatz führt. Ich kam mir vor wie beim Eiswandklettern, nur dummerweise ohne Pickel und Krallenschuhe und trotzdem ich es zum Schluß auf allen Vieren probiert habe bin ich diesen Sch***hügel nicht hochgekommen. Insgesammt fünf Stunden sinnloses Fahr-, Lauf- und Friervergnügen am heiligen Abend, danke Stadt Essen, danke EVAG, aber sowas haben bestimmt viele Essener erlebt, also fahren wir mal weiter.)

Um Fantastische 122,4 Mio wurden die letztjährigen Sparvorgaben und -vorhaben der Stadt Essen übertroffen an deren Erarbeitung wir über diese nette Homepage mit den Sparprojekten zum anklicken wir für die Zukunft ja alle mitarbeiten konnten (Nur zu dumm, das die Bürger Sparschwerpunkte setztendie den Stadtoberen s wenig ins Konzept passten, dass das ganze, selbst millionenschwere Projekt, schnell in der Versenkung verschwand). Für den Stadtkämmerer ein Grund zu feiern und genauso weiter zu machen. Bravo!

(Natürlich sollte dabei nicht unter den Tisch fallen das der Kahlschlag in der Essener Bäderlandschaft, dem Kulturangebot, soweit es nichts mit dem Kulturhauptstadtjahr zu tun hatte (mit anderen Worten Projekte wo die Kruppbonzen keine Millionen steuervorteilhaft versenken konnten), dem Sportangebot, der Schulförderung usw. zum großen Teil gar nicht nötig gewesen wäre, ganz zu schweigen davon, dass man die sprudelnden Steuereinnahmen die den Etat 2010 doch noch rumgerissen haben durch die massive Gewerbesteuererhöhung dafür wohl für die nächsten Jahre abgewürgt hat. Ach ja, nicht unerwähnt bleiben sollte, dass man die Bürger nun entgültig wie Zitronen ausquetscht da man praktisch sämtliche städtische Gebühren und Steuern, vom Parken bis zum nicht erfolgten Schneeräumen, massiv erhöht hat, teilweise mehr als verdoppelt. Das wird dafür sorgen das die Stadt Essen in Zukunft noch schneller als bislang (wohlhabende) Bürger verlieren wird, die ihren schönen Einkommensteueranteil natürlich mitnehmen und in Zukunft an Velbert, Mühlheim oder Haltern bezahlen werden. Und last but not least die Personaleinsparungen wie dem Beförderungsstop, was dafür sorgt das sehr gute Kräfte abwandern und die Moral bei den restlichen ins Bodenlose sinkt, dem verdeckten Personalabbau durch die Nichtverlängerung von Zeitverträgen und dem Verbot von Neueinstellungen, der schon jetzt in einigen Bereichen zu so schwerem Personalmangel führt das fest geplante städtische Projekte wie beispielsweise eine Dauerausstellung zur Essener Geschichte nicht umgesetzt werden können und natürlich trifft es wieder zuerst den Kulturbereich. Schauen wir uns die Stadtbibliothek an, das Personal ist unter der sowieso in den letzten Jahren zusammengestrichenen Sollstärke und teilweise überaltert. Der Anschaffungsetat ist ein Witz und es dürfte wohl wieder nur eine Frage der Zeit sein bist die nächsten Zweigstellen die Öffnungszeiten noch weiter reduzieren oder ganz schließen. Also Herr Paß und Herr Stadtkämmerer Klieve: Bravo! Machen sie so weiter und Essen schafft sich ganz alleine ab, dann gibt es auch keine Probleme mehr.)

Gruß Sera

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Dies und das

27 Nov

Hello folk,

Als erstes muss ich mich natürlich entschuldigen. es tut mir leid, dass ihr solange nichts von mir gehört habt, aber je näher Weihnachten rückt, desto höher scheint sich die Arbeit zu stapeln, und dabei verabscheue ich es eigentlich vor dem 10. Dezemeber über Weihnachten auch nur nachzudenken. Leider stehe ich mit dieser Meinung ziemlich alleine da. Aber wenigstens für mich kann ich gute Nachrichten verkünden. Den Job als Nachtredakteur konnte ich endlich jemanden anderen aufs Auge drücken und meine Tätigkeit als Lektor wurde in äußerst regelmäßige Bahnen gelenkt, so dass ich ab Anfang des kommenden Jahres eine fast normale und berechenbare Arbeitswoche und ich wieder mal versuchen werde hier etwas mehr zu schreiben.

Vorgestern habe ich eine eigene Twitter paper.li Zeitung online gestellt. Sie wird lediglich mit #NRW getaggt. Für alle die diese Zeitungen noch nicht kennen: Jeder Tweet bei Twitter der einen Link enthält und am Ende die Zeichenfolge #NRW für Nordrhein-Westfalen enthält kann in der Zeitung erscheinen. So kann jeder Twitternutzer die Zeitung mitgestalten. Die Links werden geprüft ob sie auf eine Seite mit Nachrichtenwert führen und anschließend wird die Linksammlung ähnlich wie im Feedly-Addon für Firefox wie eine Zeitung aufgearbeitet. So entstand in den letzten drei Tagen schon eine recht ansehnliche Regionalzeitung für NRW. Zu finden ist der Nordrhein-Westfalen Anzeiger hier.

Zum Abschluss noch der hinweis. Auch in der nächsten Zeit wird sich die Aktivität dieses Blogs wohl in Grenzen halten und ich wünsche allen Lesern schon mal einen schönen ersten Advent und Nikolaustag.

Gruß Sera


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Pressemitteilung: British Petroleum (BP) erschliesst sich im Lebensmittelbereich neue Geschäftsfelder

17 Okt

(Übersetzung einer Voraberklärung der FT UK vom 15.10.10)

Um die jüngsten Verluste durch die Katastrophe im Golf von Mexico und auch den damit einhergehenden Imageverlust auszugleichen versucht BP auch in bislang konzernfremden Geschäftsbreichen Fuß zu fassen.

Wie der begeisterte Konzernchef Robert Dudley gestern (15.10.10) in einem Interview mit der britischen Ausgabe der Financial Times in London bekanntgab habe BP bereits mit einigen der weltweit größten Einzelhandelsketten wie Tesco (Großbritannien), Walmart (USA), Carrefour (Frankreich) und Metro (Deutschland) Lieferverträge für die Neue Lebensmittelmarke von BP abgeschlossen. Besonders hob er die unschlagbar günstigen Preise für die ersten Produkte hervor, da BP hier auf Quellen zurückgreifen könne die einige sonst teure Verarbeitungsschritte überflüssig machten. Erste Muster für die Verpackungsgestaltung hatte er auch schon dabei.

    Bildquelle: funmail2u.de

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FDP versucht im Staatshaushalt Geld für ihre Großspender zu sichern

3 Okt

Tut mir leid, aber ich muss mal wieder ein bisschen lästern. In Gedanken könnt ihr euch ja vorstellen wie ich an den passenden Stellen Gift und Galle spucken.

Im verlinkten Artikel ‚Vorfahrt für Vernunft‚  von einer FDP-eigenen Website wird davor  gewarnt den Menschen unseres Landes aufgrund der vielen Bürgerproteste, jetzt im Nachklang der Finanzkrise, mit einer Gefälligkeitspolitik zu sehr entgegenzukommen. Der Autor des Artikels zieht dies aus der Rede, die Westerwelle beim FDP Freigheitskongress am heutigen 2. Oktober hielt. Auch in die aktuellen Tagesschau-Sendungen hat der Redeninhalt schon Einzug gehalten. Ich meine dazu nur folgendes:

Ein guter Witz. Der Meister der unverschämtesten Klientelpolitik seit Strauss mahnt mögliche Gefälligkeiten an, wenn es darum geht etwas für Menschen zu tun die nicht seinen eigenen Parteispender der oberen zehntausend angehören. Wahrscheinlich hat er Angst das nicht mehr genug Geld da ist, wenn die Interessen des nächsten Großspenders der FDP erfüllt werden müssen.

Die momentanen Forderungen des ‚gemeinen‘ Volkes bestehen aus nichts anderem als der Forderung nach der  Möglichkeit auch der Normalbürger  an einer Teilhabe am momentanen, stärksten Wirtschaftsaufschwung seit vielen Jahren. Immerhin haben ja schon vom letzten ausschließlich Konzerne und die Großfinanz profitiert, und nun wollen Gewerkschaften und andere Organisationen nun mal sicherstellen, dass diesmal etwas dort ankommt wo der Aufschwung erarbeitet wird bzw. bei denen die dafür wegrationalisiert wurden.  Dazu ist es nunmal nötig die ausufernden Steuern und Abgaben auf kleine und mittlere Einkommen wieder zurückzufahren und Banken, Großverdiener, Konzerne, Börsen usw. endlich mal angemessen an der Finanzierung unseres Staates zu beteiligen vor allem nach den Milliarden die denen in den undankbaren Rachen geworfen wurden, da sich in Deutschland mittlerweile der Trend abzeichnet das unternehmerische Risiken, zumindest bei Firmen die groß genug sind, vom Steuerzahler getragen werden, man danach die Gewinne aber nicht mal versteuern will, ja man nicht mal bereit ist die empfangenen Leistungen zurückzuzahlen (Dies soll mal ein ALG-Empfänger versuchen der nach Überschneidungen mit der Jobaufnahme ein paar Tage zu lang Leistungen bekommen hat). Nun sind die Intentionen Westerwelles klar, das zeigt sich an der Steuerpolitik, der sogenannten Krankenkassenreform et cetera. Er und die FDP wollen diesen Zustand zementieren und dafür Sorgen das wieder nur die Taschen ihrer Unterstützer und Parteispender gefüllt werden und dafür braucht man ja Luft im Haushalt. Beispielsweise kann man den Opfern dieser Politik, die dadurch Arbeitslos geworden sind, oder immer weniger verdienen, entgegen eines Urteils des Bundesverfassungsgerichtes, nicht mal eine angemessene Transferleistung des Staates  gewähren. Wobei der Hinweis auf das Lohnabstandsgebot schon praktisch ist. Der Grundstein für die aktuellen Niedriglöhne wurde nämlich durch die Hartz IV-Gesetzgebung  nicht gelegt sondern die Lage nur verschärft. Begonnen hat der Trend mit Gesetzten der schwarz-gelben Bundesregierung unter Kohl und Möllemann. Punkt eins war das absichtliche Schlupfloch in der Neufassung des Zeitarbeitsrecht Ende der Neunziger Jahre. Gefolgt von vielen weiteren bis zu Wahl von Schröder und Konsorten, der zugegenermassen den Kurs fortgeführt hat. Ohne diesen Beginn würden geringqualifizierte Arbeitnehmer genug verdienen um auch bei einem ALGII-Satz zum Lebensunterhalt von 450 bis 500€, und genau da müssen wir hin, nicht ins Hartz IV-Gehege zu kommen.

Und genau dies sind auch die Forderungen der Gesellschaft. Ein angemessener Lohn auch für Geringqualifizierte, den acht Stunden Arbeits- und Lebenszeit am Tag, müssen für ein Einkommen jenseits jeder Armutsgrenze reichen, vor allem bei den deutschen Produktivitätsraten, auch im Niedriglohnbereich. Und ein ALGII-Satz der reicht um mit einem mindestmass an Würde und gesellschaftlicher Teilhabe zu leben.

Den dritten Abschnitt des Textes habe ich als Kommentar am Originalartikel abgegeben. Ich wäre allerdings masslos überrascht wenn dieser veröffentlicht wird. Noch steht er zumindest unter Redaktionsvorbehalt.

Gruß Sera

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Pizza, Pizza

24 Jul

Mal ein ganz praktischer Tip zum Leben in Essen:

In der vergangenen Nacht hatte ich  wieder Nachtschicht (diese anfängliche Vertretung des Nachtredakteurs entwickelt sich langsam zu meinem Lebensinhalt, zum Glück sind Schulferien und ich kann über Tag ausnahmsweise mal schlafen) und da ich etwas zu spät Hunger bekam lieferte meine herrliche und immer wohlschmeckende Stammpizzeria La Perla nicht mehr.

Während einer schnellen Internetrecherche stößt man recht schnell auf La Margherita in der Hubertstraße und was soll man sagen? Ähnlich wie Microsoft oder Catsan, gutes Marketing aber das Produkt ist Schrott. Gummirand, rohe Zwiebeln und versalzener, vertrockneter Plastikthunfisch der so schlecht mit Käse bedeckt war das die ausgetrockneten Fasern ins Zahnfleisch schnitten. Alles in allen kann an nur sagen: Hände weg von dieser Pizzeria die so ganz nebenbei mit einer 28cm Normalpizza wirbt und dann schätzungsweise 20 liefert, aber mehr hätte ich davon eh nicht essen wollen. Nicht einmal die Redaktionskatze wollte die Thunfischreste. Ich bleibe definitiv bei La Perla.

Gruß

Euer Sera

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