Der „Wetten dass..?“-Unfall in Düsseldorf und die scheinheilige Debatte danach

7 Dez

Hi Ihr,

Eins vorne weg. Ich verabscheue das öffentlich rechtliche Fernsehen in seiner heutigen Form und habe die letzte „Wetten, dass..?“-Sendung mit der Ausnahme kurzer Stichproben noch zu Zeiten des Glasauges geschaut, aber:

Der erste noch geglückte Versuch

Nachdem es nun in Düsseldorf den ersten schweren Unfall nach dreißig Jahren ununterbrochener Showtätigkeit gegeben hat eine Debatte zu führen die in erster Linie darauf aufbaut zu behaupten das ZDF, Thomas Gottschalk oder wer auch immer würden unter dem Quotendruck zu immer gefährlicheren Wetten greifen ist ausgemachter Unsinn. Ich kann „der tageszeitung“ (taz) und den wenigen anderen Medien die hier auf meiner Seite sind nur zustimmen. Außerdem ist Gottschalk der Letzte der so etwas nötig hätte. Er hat das Format für das ZDF wiederbelebt und wenn es nicht mehr klappt kommt er halt nicht mehr für die zweieinhalb Sendungen im Jahr aus den USA nach Deutschland, dürfte für Ihn sowieso viel angenehmer sein.

Medizinische Versorgung nach dem Unfall

Die diversen moralischen- und TV-Größen bzw. solche die es gerne (noch) wären, ja damit seid vor allem ihr gemeint, liebe „Wette das..?“-Ex-Moderatoren, die sich jetzt zu Wort melden tun dies ausschließlich zur Selbstprofilierung und um Ihr sinnloses Geschwafel mal wieder gedruckt oder ausgestrahlt zu sehen. Viele arbeiten auch für Privatmedien bzw. sympathisieren mit ihnen und sehen hier eine Chance mal wieder auf die öffentlich rechtlichen einzuschlagen. Gegen Kritik an den öffentlichen Medien habe ich zwar prinzipiell gar nichts, aber sie sollte konstruktiv sein und nicht auf solch billiger Effekthascherei beruhen.

Außerdem sollten wir eins nicht vergessen das Fernsehen ist nicht das Wünsch-dir-was-Land, sowohl Shows des öffentlich rechtlichen, sogar noch zu Schwarz-Weiß-Zeiten, also jenseits jeden Quotendrucks, als auch des Privatfernsehens sind reich an Beinahekatastrophen. Man erinnere sich nur an die Familie die von der ARD in ein Auto eingesperrt wurde um dann mir nichts Dir nichts im nächsten Pool versenkt zu werden, wo Mutti fast ertrank und der Moderator seinen obligatorischen grauen Anzug nass machte, und das alles für eine Flugreise, ich glaube nach Italien. Nicht zu vergessen der Kandidatenankokelnde Jürgen von der Lippe in seiner „Geld oder Liebe“ Show. Auch die erste 100.000 Mark-Show von RTL sollte da nicht unerwähnt bleiben, wo Kandidaten munter mit stahlspitzenbewährten Dartpfeilen auf Menschen ballerten, aber nur genug Punkte bekamen wenn sie die Rückenmitte also in Rückenmarksnähe trafen, von den heute üblichen Stunts mit Pyrotechnik, Quadts und Bungeejumping bei Raab und Co gar nicht zu reden. Dagegen ist „Wetten dass..?“ geradezu harmlos und, für mich zwar unerklärlich, auch noch sehr beliebt. Also lasst es wie es ist und alle freuen sich. In unserer kurzlebigen Nachrichtenlandschaft ist der Unfall in zwei Wochen so und so vergessen.

Gruß Sera

PS Außerdem, sowohl Kandidaten als auch Zuschauer lechzen doch nach Blut. Wir müssen uns doch nur mal an den Spielfilm „Das Tötungsspiel“ erinnern. Hier moderiert Dieter Thomas Heck eine fiktive Show in der ein Kandidat einem Kommando aus Profikillern entkommen muss, das ihn quer durch eine Stadt verfolgte um am Schluss im Studio noch durch eine Todesspirale getrieben zu werden in der die Gangster noch drei mal die Gelegenheit bekamen auf ihn zu schießen, der Filmkandidat kam nur knapp mit dem Leben und mehreren Schusswunden davon. Ich habe leider die Geldsumme vergessen um die es ging, war aber glaube ich gar nicht so viel. Nach Ausstrahlung des Spielfilms meldeten sich Dutzende interessierter Kandidaten und hunderte von Leuten beim WDR die meinten das es schön sei, dass es dem deutschen Fernsehen endlich mal gelungen sei eine gute und aufregende TV-Show auf die Beine zu stellen die mit US-Formaten mithalten könne.

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Eine Antwort to “Der „Wetten dass..?“-Unfall in Düsseldorf und die scheinheilige Debatte danach”

  1. zwickau-kleinanzeigen 2010/12/07 um 11:42 #

    Also ich sehe es so: es kann nun mal passieren, fertig. Wenn bei Schlag den Raab nicht ein bisschen Action kommen würde, wäre auch langweilig, und bei viele andere Formate. Man kann nicht nur ab sofort nur langweilige Sendungen machen nur bloss damit keinem was passiert

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