Die Farce – Wie man lernt die Sozialmafia zu lieben

5 Feb

Es war einmal…

In Oberhausen gibt es mehrere gemeinnützige Vereine und Stiftungen die Lehraufgaben erfüllen. Organisationen die Seminare und Kurse aus allen möglichen und unmöglichen Bereichen anbietet, z. Bsp. die Ruhrwerkstatt oder das TZU.

Sie sind Teil der in den meisten Kommunen mittlerweile üblichen Hartz IV-/Ein-Euro-Job-Mafia. Zusammen mit der Kurbel, dem Flickwerk und Druckluft, alles Organisationen die zusammen mit der BfO die Ein-Euro-Jober unter sich aufteilen, beherrschen sie diesen Markt in Oberhausen und das dies ein einträgliches Geschäft ist steht völlig außer Frage.

Die meisten dieser Organisationen sind von der Fassade her gemeinnützig, eingetragen als Verein, gGmbH oder gStiftung wissen sie gar nicht was sie alles kaufen sollen um ihre Bilanzen auszugleichen, sehen sich aber gleichzeitig nicht in der Lage einen ihrer vielen Ein-Euro-Jober fest anzustellen oder mal etwas in die Arbeitsbedingungen oder auch nur den Arbeitsschutz zu investieren. Im Gegenteil diesen Arbeitern werden die simpelsten Arbeitnehmerrechte mit dem Hinweis verwehrt, dass es ja keine regulären Arbeitnehmer sind und da diese Organisationen mit Ihrem Handeln systematisch reguläre Arbeitsplätze vernichten weil sie reguläre Jobs auf diese Weise besetzen werden die Chancen dieser Ein-Euro-Jober jemals wieder eine vernünftige Anstellung zu ergattern mit jedem Tag geringer. Zumal diese Organisationen selbst wenn sie mal eine Festanstellung vergeben grundsätzlich keine ihre eigenen Ein-Euro-Jober einstellen, selbst wenn eine Stelle vergeben wird die exakt der eines vorherigen Ein-Euro-Jobs entspricht wird ein Externer eingestellt und der letzte Ein-Euro-Sklave auf der Stelle darf zum Dank den oder die Neue auch noch einarbeiten. Auch Krankheitsvertretungen werden gerne mit den neuen Sklaven besetzt.

Dieses bewusste Handeln ist aber nicht nur unseriös, unethisch und unfair sondern auch illegal, da im SGB eindeutig festgehalten wurde, dass die sogenannten Arbeitsgelegenheiten gegen Mehraufwandsentschädigung keine regulären Arbeitsplätze gefährden oder gar ersetzten dürfen.

Die meisten der genannten Organisationen bieten Kurse und sogenannte Fortbildungen an die auch wieder für die Empfänger von Arbeitslosengeld (egal ob I oder II) gedacht sind. Wobei Ausbilder und Dozenten häufig genug selbst Ein-Euro-Jober sind und das komplette Personal das man braucht um so einen Betrieb am laufen zu halten, von der Putzfrau bis zur Verwaltung natürlich ebenfalls. Also wird eine Dienstleistung für die von der Arbeitsagentur und den Argen teuer bezahlt wird (bis zu 1000€ pro Woche und Teilnehmer), von den Arbeitslosen, die dort für praktisch nichts von der So.D.A. bzw. BfO gestellt oder sollte man besser sagen vermietet werden, erbracht.
Eine perfekte auf nichts anderem als Sklaverei beruhende Geldmaschine. Vor allem wenn man bedenkt das viele dieser Organisationen ihre ‚Praktika‘ so gestalten, dass man die Leute nur zur Stadtreinigungsfirma WBO, dem Grünflächenamt, oder der stadteigenen Objektpflege- und Verwaltungsgesellschaft OGM über stellt wo sie dann in einem drei- bis sechsmonatigem ‚Praktikum‘ ‚lernen‘ wie man Straßen fegt, Parkwege und Blumenbeete von Unkraut befreit und Rathaustoiletten putzt oder am Bahnhof die Betrunkenen einsammelt.
Natürlich ist die Tatsache das bei den genannten Firmen bzw. Ämtern das fest angestellte Personal seit Einführung der Hartz IV Gesetzgebung um bis zu 60% (in Worten: SECHZIG PROZENT) reduziert wurde und frei werdende Stellen auch heute immer noch nicht neu besetzt werden (Pardon, natürlich mit Ausnahme der Stellen in den Chefetagen, wie konnte ich das nur beinahe vergessen?) reiner Zufall und einzig und allein auf Rationalisierung und eine Verschlankung der Verwaltungsstrukturen zurückzuführen. (Bei einem öffentlichen Arbeitgeber? Ich lach‘ mich scheckig)

Der typische der gestaltete Verein (gGmbH, gStiftung, sch….egal) sieht nun folgendermaßen aus: Praktisch jede Stelle auf der wirklich gearbeitet wird, inklusive einiger Dozentenstellen wird von der So.D.A., der Arge Oberhausens und der BfO, eine Transfergesellschaft an die die Arge die ALGII-Empfänger über stellt, wo sie dann nach Gutdünken des zuständigen Sachbearbeiters zugewiesen werden, mit Ein-Euro-Jobern besetzt. Mit Ausnahme einer handvoll verkappter Sozialarbeiter und ein oder zwei Verwaltungskräften die, sich nicht mal in der Stadtverwaltung halten konnten und natürlich den Vorständen, die allesamt lächerlich hohe Gehälter und Aufwandsentschädigungen beziehen und häufig die selben Nachnamen wie die Leiter bestimmter städtischer Behörden oder Dezernate haben, ist dort praktisch jede Stelle vom Hausmeister bis zu den Bürokräften und einigen Dozenten, mit Ein-Euro-Sklaven besetzt. Jedes normale Bildungsinstitut, und nichts anderes sind diese Organisationen im Prinzip, muss diese Leute einstellen und sozialversicherungspflichtig beschäftigen, den Hausmeister, Telefonist, Sekretär und Raumpfleger sind in Deutschland ganz normale Berufsbilder, zwar am unteren Ende der Skala, müssen sie trotzdem im Allgemeinen entsprechend honoriert werden. In Oberhausen reicht es aber einen Verein zu gründen und sich den ein oder anderen städtischen Vertreter in den Vorstand zu holen und schon bekommt man Ein-Euro-Jober gestellt soviel man will. Mich wundert nur warum echte private Bildungseinrichtungen dagegen nicht Sturm laufen, die Berlitz School oder die SRH-Gruppe müssten in solchen Machenschaften doch eigentlich die groben Wettbewerbsverzerrungen erkennen die diese Praxis darstellt.

Das nächste Problem haben jetzt die Arbeitslosen. Die meisten sehen nach relativ kurzer Zeit woher der Wind weht und sehen es zu recht nicht ein das sich irgendwelche Organisationen das Geld bündelweise in die Taschen stecken das sie mit ihrer Arbeitskraft erwirtschaften. Den viele Aufgaben die Ein-Euro-Jober übernehmen sind normale gewerbliche Aufträge, vorzugsweise aus den Bereichen Raumpflege, Garten-/Landschaftsbau, Malen/Tapezieren und einfachen Bürotätigkeiten, für die gutes Geld kassiert wird und in denen Arbeitslosen natürlich nur ein Praktikum machen weil man ja sechs Monate braucht um zu lernen wie man einen Flur wischt oder eine Tapetenbahn einkleistert, vor allem da man alleine arbeitet und auch soviel gezeigt bekommt, (es gab den Fall eines Malermeisters der aufgrund der schlechten Zahlungsmoral der Stadt seine Firma verloren hat und dann für einen Euro die Stunde im Rahmen eines Praktikums Klassenzimmer in städtischen Schulen anstreichen sollte, mich wundert bis heute das der Mann nicht Amok gelaufen ist). Aber ein Hartz IV-Empfänger kommt da nicht raus. Egal welche Schandtaten man mit ihnen begeht sie hängen fest. Aufgrund der Tatsache der schon angesprochenen Namensgleichheiten kann man sich häufig des Verdachts nicht erwehren, dass So.D.A. und BfO kein wirkliches Interesse mehr daran haben (oder jemals gehabt haben), das ein Ein-Euro-Jober (Formulierungshilfen bitte in die Kommentare schreiben, seien sie sich sicher, sie werden dankend akzeptiert) wirklich etwas neues lernt oder in den Arbeitsmarkt zurückfindet (ich traue mich ja nicht mal mehr erster Arbeitsmarkt zu schreiben, heute müssen viele schon über einen 400-Euro-Job froh sein). Nein, das Hauptinteresse scheint zu sein möglichst viele Arbeitslose in sinn- und verstandslose Computerkurse zu stecken deren sogenannte Dozenten nicht einmal den Unterschied zwischen Windows , Mac OS und Solaris kennen (kein Witz, wurde mir von einem halben Dutzend Teilnehmern bestätigt) oder für die städtische Pflege im Bereich Straßenreinigung und Grünanlagenverschönerung ‚zu gewinnen‘, wobei sie an Privatorganisationen und -Firmen mit diesen Namensgleichheiten vermietet werden die der Stadt dann noch eine fette Rechnung schreiben. Aus dem Fördern und Fordern der Gesetzgebung ist bei der So.D.A. Ein reines Fordern der Arbeitsleistung, zur Gewinnmaximierung bestimmter Firmen und Personen, geworden, die den Arbeitslosen häufig aufgrund von eigentlich verbotenen Überstunden nicht mal genug Zeit lassen ausreichend Bewerbungen zu schreiben oder nach Stellenangeboten zu recherchieren. Und egal wie viele Gesetzesverstöße ein Arbeitsloser in dieser Mühle aufdeckt. Schmeißt er hin oder provoziert seinen Rausschmiss kann er sicher sein von der So.D.A. der Arbeitsagentur oder dem Sozialamt (ja, das gibt es auch noch) gesperrt zu werden (wieder diese Namensgleichheiten mit den Chefetagen der Behörden, Firmen und Vereine denen plötzlich eine Sklave fehlt).

Ich weiß, dass es ähnliche Zustände auch in anderen Städten gibt, aber in dieser Ausprägung habe ich bis jetzt nur in Oberhausen davon gehört und ich rechne eigentlich tagtäglich mit mittleren bis schweren Aufständen (Frankreich lässt grüßen, bei uns wurden Nachts schon lange keine Autos mehr verbrannt) mit dem Ziel auf diese Missstände hinzuweisen, aber irgendwie ist uns Deutschen das Gen fürs protestieren verloren gegangen, zumindest sobald es über eine Unterschriften- oder Mailaktion hinausgeht.

Ich meine eigentlich muss man ja die schlichte Eleganz dieser Geldmaschine bewundern, man verdient Geld indem man Arbeitslosen völlig sinnfreie Praktika Lehrgänge und Fortbildungen angedeihen lässt, dann verdient man Geld indem die Arbeitslosen diese Kurse für eine praktisch nicht vorhandene Entlohnung halten lässt und anschließend verdient man Geld indem man sie im Garten der sprichwörtlichen alten Dame Unkraut zupfen lässt was diese dann teuer bezahlt. Ach ja und mit dem Auszahlen des einen Euro pro Stunde Aufwandsentschädigung tut sich die BfO dann auch noch schwer. Nachdem der Ein-Euro-Sklave selbst im normalen Zahlungsmodus schon ein und einen halben Monat auf sein erstes Geld warten musste (in dieser Zeit ist er dann schon mit zwei Monatskarten in Vorleistung getreten die man braucht um den Ort der Ausbeutung überhaupt zu erreichen) kommt es dann häufig genug vor das er noch ein oder zwei Monate Wartezeit dranhängen muss (beim schlimmsten Fall der mir bekannt ist waren es Vier, also insgesamt fünf und einen halben Monat, in der Masse in der das passiert ergeben sich dann auch schon wieder schöne Zinseinkünfte aus den zurückgehaltenen Zahlungen) und bricht der Hartz IV-Empfänger die Maßnahme dann ab weil er sich beispielsweise das Fahrgeld nicht mehr leisten kann, ich meine ich musste noch nie von 351€ im Monat leben aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass da noch 60€ für eine Monatskarte übrig bleiben, wird er von der So.D.A. eiskalt gesperrt.

Man muss die Leute die sich dieses System erdacht haben einfach lieben, näher als jetzt war Deutschland noch nie an einer durch Sklaven aufrecht erhaltenen Gesellschaft, nicht einmal zu Zeiten des römischen Imperiums.

Nun ja, ich werde diese Sache weiter im Auge behalten und gelegentlich darauf zurückkommen.

So jetzt habe ich den Blog doch mit einer Meckerstunde begonnen, dafür gelobe ich feierlich das der nächste Eintrag fröhlicher oder zumindest witziger wird.

Gruß
Ihr Seraquael

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Eine Antwort to “Die Farce – Wie man lernt die Sozialmafia zu lieben”

  1. Markus 2010/11/24 um 02:19 #

    liebe Seraquael,

    es ist toll, dass du dich mit der Sache beschäftigst. Leider ist es so, dass die Regierung versuchst gewisse schwarze Löcher damit zu stopfen, die sie aus Eigenverschulden verursacht hat.
    Ich persönlich, lebe in Berlin und bei uns schiessen diese e.V.`s und gGmbH`s auch allen löchern. Es ist leider auch so, dass viele der Argen nur umgeschultes Pesonal beschäftigen und die Mitarebiter auch mal dazu neigen eine eigene Vetternwirtschaft (Innerhalb der zwei Jahre die sie bei den Argen beschäftigt sind) zu gründen, um 1 Euro Jobber mal fix, an bekannte zu vermitteln, die schnell mal genügend Räumlichkeiten(für angebliche Schulungen, fortbildungen etc) angemietet und einen Dozenten eingestellt haben. Und leider ist es meistens der Fall, dass man nicht dagen angehen kann, weil man im sozialen Bereichen sehr gut das geld waschen kann, indem man wiederum noch mehr bekannte als Honnorarkraft einstellt. Wenn du vestehst was ich meine 🙂 !

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