Schlagwort-Archiv: Ruhrgebiet

Neustart

11 Mar

Hallo werter Leser!

Diese Förmlichkeit ist Absicht, ich muss schon wieder Abbitte leisten. Nach mehreren Monaten Blogabstinenz starte ich einen Versuch das ganze wieder ans laufen zu bringen.

Auch verändere ich den Schwerpunkt, wie man schon am leicht abgeänderten Titel merkt. Ich nehme ab sofort das ganze Ruhrgebiet unter meine Fittiche und lege das Hauptaugenmerk auf Medien und Politik. In diesen Bereichen hatte ich in den letzten Monaten so viele Ideen die ich aus Zeitmangel, Stress und Ärger nicht umsetzen konnte das es eine Schande ist.

Nun, bei mir ist viel passiert. Trotzdem ich gerade erst in meine geliebte Heimatstadt, das ist ernst gemeint, Oberhausen zurückgekehrt war musste ich schon wieder wegziehen, zum Glück nur eine Stadt weiter, nämlich nach Essen. Ich habe es zwar nicht gerne gemacht aber wie ja allgemein bekannt sein dürfte bin ich ein konsequenter Nutzer des öffentliche Nahverkehrs und kann mir nichts schlimmeres vorstellen als allmorgendlich mit dem Auto zur Arbeit zu fahren schon sowieso im Ruhrgebietsverkehr, aber man kann nicht in Oberhausen wohnen und in Essen-Heidhausen arbeiten, wenn man ÖPNV Nutzer ist, die Fahrtzeiten sind unannehmbar es ist zwar auch ein Misstand weil die tasächliche Wegstrecke nicht wirklich weit ist aber schnell kann man daran nichts ändern. ich bin weiterhin Dozent, nun an einem kleinen Privatinstitut im Essener Süden und auch weiter Bibliothekar in Oberhausen und wohne, um dem Tribut zu zollen in der Essener Innenstadt, Nordviertel.

Zu Essen habe ich ein eher gespaltenes Verhältnis. Auch wenn ich lange Zeit in Oberhausen und Duisburg, also in relativer Nähe, gewohnt habe, hatte ich hier selten zu tun und kenne mich dementsprechend nicht besonders gut aus. Außerdem habe ich mich hier nie besonders wohl gefühlt. Bei manchen Städten kommt man aus dem Bahnhof oder von der Autobahn und, es ist schwer zu beschreiben, erfasst so eine Art angenehmes oder aufregendes Feeling (ich hasse Anglizismen aber hier passt es), den Charakter einer Stadt. Wer schon mal in Berlin den Bahnhof Zoo verlassen hat wird wissen wovon ich rede, noch mehr in New York einen der Flughäfen oder besonders die Central Station. Das haben nicht viele Städte vor allem in Deutschland, aber Essen ist die einzige Stadt die ich kenne wo sich dieses Gefühl ins Negative kehrt (Also mal ehrlich, welcher perverse Schwachkopf von einem Stadtplaner lässt es auch zu das sich die gesamte Innenstadt in einem ‘schmucken’ grau-braun präsentiert, selbst neuere Gebäude, einfach scheußlich). Das nächste Problem, das man bekommt ist die Zerrsplitterung der Stadtverwaltung die sich in Essen auf sage und schreibe etwa ein Dutzend Gebäude im ganzen Stadtgebiet verteilt, einfach nervig! Und auch der für mich wichtige städtische Nahverkehr ist außerhalb der zentralen Bereiche nicht wirklich gut.

Panorama der Stadt Essen, von der städtischen HP

Positiv kann man die, im Vergleich zu Oberhausen und besonders zu Heidelberg, niedrigen Mieten anmerken, auch in den besseren Wohnvierteln. Das hervorragende Kulturangebot unabhänig vom Kulturhauptstadtjahr, das Aalto-Theater die Philharmonie und jede Menge Museen gabe es auch vorher schon. Nicht zuletzt ist der Essener Hauptbahnhof ein Knotenpunkt des regionalen und überregionalen Schienenverkehrs, was für mich vieles ausgleicht.

Allerdings ist die städtische Politik seltsam. Aufgespaltene Ratsfraktionen die sich mehr untereinander streiten als mit den anderen Fraktionen, ein sehr passiver Bürgermeister Paß und eine Finanzpolitik die man überhaupt ncht mehr durschaut, vor allem da auch der Stadt Essen die Bezirksregierung im Nacken sitzt da auch Sie kurz vor der Überschuldung steht.

Einige Dinge möchte ich noch in eigener Sache anmerken:
1. Ich bin ab sofort auch bei Twitter vertreten (@Seraquael)
2. Während meiner Blogabstinenz bin ich über zwei hervorragende Blogs über das Ruhrgebiet gestolpert einmal die Ruhrbarone (http://www.ruhrbarone.de) und den Pottblog (http://www.pottblog.de) von Jens Matheuszik
3. Ich bitte um Rückmeldungen wie Ihr das neue Design findet

Gruß Seraquael

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Nachtrag zum StO.AG Eintrag und ein paar weitere Infos

16 Feb

Mir ist am Samstag die aktuelle StO.AG Kundenzeitschrift in die Hände gefallen in der, der Wechsel vom Tag auf das Nachtnetz um 21 Uhr bestätigt wird. Dies ist zum nächsten Fahrplanwechsel angekündigt und wird dreister Weise auch noch als bahnbrechende Neuerung verkauft. Leider steht das ganze noch nicht als Link oder Download zur Verfügung, so dass sie mir das einfach mal glauben müssen. Aus anderen Quellen weiß ich aber das die Nahverkehrsunternehmen der Nachbarstädte noch versuchen die Sache zu stoppen weil vor allem EVAG und die Vestische Kooperationsverträge verletzt sehen. Außerdem ist die ganze Sache mit den Zwangssparmassnahmen der Stadt durch die Bezirksregierung sowieso noch nicht in trockenen Tüchern da die Stadt wohl dagegen klagt. Deshalb hat es durchaus noch Sinn zu versuchen das Ganze zu verhindern. Also rufe ich noch mal dazu auf: Schreiben sie böse Briefe an die StO.AG, ihren Stadtrat und wer ihnen sonst noch einfällt auch irgendeine Aktion um der Bezirksregierung klarzumachen was sie uns antut wäre gut. Möglichkeiten eine Demo oder ähnliches zu organisieren gibt es immer. Aber im Vorfeld braucht man da schon ein bisschen Resonanz.

Gruß
Seraquael

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Die StO.AG – Wisst Ihr eigentlich, was für ein Glück Ihr habt?

9 Feb

So, ich hatte ja im letzten Eintrag Besserung gelobt, was die Meckerei angeht, deshalb auch jetzt mal ein kleines Loblied auf eine echte oberhausener Institution:


Viele Oberhausener die ich treffe scheinen wirklich nicht zu wissen welch eine Riesenglück OB mit dem ÖPNV, vor allem dem Busverkehr der StO.AG, hat. Keine, wirklich keine, Stadt in Deutschland von vergleichbarer Größe oder Einwohnerzahl kann da was besseres vorweisen und auch kaum eine der Größereren, was Linien- und Taktdichte angeht. Der Busverkehr der DVG in Duisburg ist ein schlechter Witz, nicht einmal ein Guter, die Busfahrer unfreundlich und teilweise gemeingefährlich (Wenn man mal vergisst seine Fahrkarte zu zeigen, was ich schon mal tue weil die Fahrer in OB das nicht verlangen, wird man praktisch mit vorgehaltener Waffe dazu aufgefordert, auch wenn die auf Oberhausener Gebiet in der 939 oder 908 unterwegs sind) und in Essen muß man schon in der Nähe einer U-Bahn oder Tram wohnen und auch seine Ziele so wählen wenn man mit ähnlich guten Ergebnissen wei in OB rechnen will, Mülheims Busverkehr wollen wir hier gar nicht erst weiter erwähnen. Trotzem hört man an jeder Bushaltestelle gemecker darüber wenn der Bus mal zwei Minuten zu spät ist oder auf der SB90 mal ein Standard- statt eines Gelenkbusses auftaucht. Ich bitte Sie, natürlich ärgern mich Verspätungen und Gedrängel, aber an Ersterem sind zu 99% idiotische Autofahrer und an Letzterem Ausfälle aufgrund von Fahrzeugschäden Schuld.

Wie im ersten Eintrag schon mal erwähnt habe ich den größten Teil der letzten 15 Jahre in Heidelberg verbracht und auch eine gewisse Zeit in den USA. Das bedeutet Dreierlei, erstens kenne ich den ÖPNV der Metropolregion Rhein-Neckar sehr gut, zweitens, einen öffentlichen Personennahverkehr der praktisch nicht existent ist weil nur Linien eingerichtet werden die sich selbst finanzieren oder aber absolut notwendig dafür sind eine Stadt vor dem Verkehrskollaps zu bewahren und drittens, habe ich den direkten Vergeich zum Oberhausener Nahverkehr vor 1996, also dem Jahr eins der CentrO.-Zeitrechnung und das Eröffnungsjahr der Trasse. Und Kinder ich muss Euch sagen…
In Heidelberg gibt es drei städtische Tramlinien die mit einer Ausnahme, nämlich der nach Leimen, in einem relativ eng begrenzten Gebiet unterwegs sind und eine Überlandlinie nach Mannheim. Wenn man an einer dieser Trams wohnt hat man Glück es gibt auch noch eine winzig kleine Anzahl Buslinien die die Altstadt/Uni mit einigen touristischen Zielen verbinden und alle 20 Min verkehren aber ansonsten kann man froh sein wenn man einen Stunden- oder sogar Zwei-Stunden-Takt vorfindet, Nachtlinien exitieren so gut wie gar nicht und die letzte S-Bahn der DB verlässt Heidelberg gegen 0 Uhr, ach ja, von Samstag mittag bis Montag morgen fährt vielerorts gar nichts und Wochentags ist auch oft schon um 18 oder 19 Uhr Schluß, in Mannheim und Ludwigshafen sieht es nicht viel besser aus und gerade Ludwigshafen ist gut mit OB zu vergleichen, Arbeiterstadt, zwar etwas geringere Einwohnerzahl als OB aber die Ausdehnung stimmt in etwa, Verlust sehr vieler (Chemie-)Arbeitsplätze in den letzten Jahren und großer Nachbar (Mannheim) dem es auch nicht viel besser geht. Hier gibt es auch nur einige gut ausgebaute Tramverbindungen ein, zwei Buslinien die regelmäßig verkehren und kein Nachtnetz. Was uns in die USA führt. Hier wird ein ÖPNV nur sehr zögerlich eingerichtet und bekommt wenn überhaupt nur eine Beihilfe um über die Startschwierigkeiten hinwegzukommen, außerdem müssen Wegerechte in den meisten Bundesstaaten teuer erkauft werden und wenn es mal einen lohnende Strecke gibt konkurieren gleich ein halbes Dutzend Unternehmern miteinander um die Filetstücke des Netzes zu betreiben. Hier gibt es selbst in Großstädten riesige Gebiete die überhaupt nicht erschlossen sind, weil die Anbindung nicht lohnt oder nicht die richtigen Zubringerstraßen entlastet würden. In Los Angeles beispielsweise existieren 90% der U-Bahn und Buslinien nur weil der Verkehr sonst auf vielen Highways nicht mehr unter Kontrolle zu bekommen wäre. Zu guter Letzt: Oberhausen vor 1996 Erheblich weniger Linienkilometer, kein Takt dichter als 30-minütig und absolut unaktraktive Ver- und Anbindungen und ach ja von OB-Mitte nach Sterkrade brauchte man da im Schnitt noch mindestens eine halbe Stunde und ein Nachtnetz war gerade mal in Ansätzen zu erkennen und viele Buslinien wurden von Samstag mittag bis Montag morgen nicht bedient.

Also liebe Oberhausener, schauen Sie sich diese Beispiele an und kramen Sie in Ihren Erinnerungen ein bisschen nach der schlechten guten alten Zeit und Sie werden sehen das ich recht habe. Wenn also der Bus das nächste mal ein bisschen zu spät oder klein ist giften Sie den Busfahrer nicht an, der kann normalerweise am allerwenigsten dafür und denken Sie daran, Sie könnten es soviel schlechter treffen. Schon das Nachtnetz ist dichter als das Tagnetz der meisten anderen Städte und aufgrund der hohen Auslastung praktisch alle StO.AG-Linien sind die Subventionen die die Stadt zu leisten hat sogar vergleichsweise niedrig.

Da dies nun doch nicht ausschließlich ein Loblied auf die StO.AG sein soll, auch wenn sie es verdient hat, habe ich noch ein Anliegen. Laut den verrückten Plänen die Aufgrund des Spardiktats der Bezirksregierung Düsseldorf erdacht werden, soll der oberhausener ÖPNV mehr als eine Million Euro einsparen was defacto den Todesstoß bedeuten würde. Deshalb dürfen die Pläne der Bezirksregierung und des Stadtrates keinen Erfolg haben. Da geht es nämlich nicht darum einer stark verschuldeten Stadt zu helfen (die Pro-Kopf-Verschuldung einiger anderer NRW-Städte ist höher), sondern die letzte von der SPD regierte Großstadt in NRW zu schleifen und dies soll unter anderem dadurch geschehen das der Nahverkehr und andere wichtige Bereiche der Infrastruktur kaputtgespart wird. Zum Beispiel Einstellung der SB95, Ausdünnung der Takte und NE-Verkehr bereits ab 21 Uhr dann aber nur alle 90 Minuten oder zwei Stunden. Also schreiben sie Ihren Stadtrat, protestieren Sie bei der Bezirksregierung und tun Sie alles was Ihnen einfällt damit der Oberhausener ÖPNV nicht geopfert wird, dann hätten Sie nämlich wieder wirklich Gründe sich aufzuregen.

Gruß
Ihr Seraquael

PS Dieser Link führt zu einem WAZ Artikel die den Angriff der Bezirksregierung mit den Artikeln auf die verwiesen wird noch einmal ein wenig beleuchten. Die Informationen über die Sparmassnahmen stammen von verschiedenen StO.AG Fahrern und sind wohl mittlerweile auch anderweitig veröffentlicht worden

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Die Farce – Wie man lernt die Sozialmafia zu lieben

5 Feb

Es war einmal…

In Oberhausen gibt es mehrere gemeinnützige Vereine und Stiftungen die Lehraufgaben erfüllen. Organisationen die Seminare und Kurse aus allen möglichen und unmöglichen Bereichen anbietet, z. Bsp. die Ruhrwerkstatt oder das TZU.

Sie sind Teil der in den meisten Kommunen mittlerweile üblichen Hartz IV-/Ein-Euro-Job-Mafia. Zusammen mit der Kurbel, dem Flickwerk und Druckluft, alles Organisationen die zusammen mit der BfO die Ein-Euro-Jober unter sich aufteilen, beherrschen sie diesen Markt in Oberhausen und das dies ein einträgliches Geschäft ist steht völlig außer Frage.

Die meisten dieser Organisationen sind von der Fassade her gemeinnützig, eingetragen als Verein, gGmbH oder gStiftung wissen sie gar nicht was sie alles kaufen sollen um ihre Bilanzen auszugleichen, sehen sich aber gleichzeitig nicht in der Lage einen ihrer vielen Ein-Euro-Jober fest anzustellen oder mal etwas in die Arbeitsbedingungen oder auch nur den Arbeitsschutz zu investieren. Im Gegenteil diesen Arbeitern werden die simpelsten Arbeitnehmerrechte mit dem Hinweis verwehrt, dass es ja keine regulären Arbeitnehmer sind und da diese Organisationen mit Ihrem Handeln systematisch reguläre Arbeitsplätze vernichten weil sie reguläre Jobs auf diese Weise besetzen werden die Chancen dieser Ein-Euro-Jober jemals wieder eine vernünftige Anstellung zu ergattern mit jedem Tag geringer. Zumal diese Organisationen selbst wenn sie mal eine Festanstellung vergeben grundsätzlich keine ihre eigenen Ein-Euro-Jober einstellen, selbst wenn eine Stelle vergeben wird die exakt der eines vorherigen Ein-Euro-Jobs entspricht wird ein Externer eingestellt und der letzte Ein-Euro-Sklave auf der Stelle darf zum Dank den oder die Neue auch noch einarbeiten. Auch Krankheitsvertretungen werden gerne mit den neuen Sklaven besetzt.

Dieses bewusste Handeln ist aber nicht nur unseriös, unethisch und unfair sondern auch illegal, da im SGB eindeutig festgehalten wurde, dass die sogenannten Arbeitsgelegenheiten gegen Mehraufwandsentschädigung keine regulären Arbeitsplätze gefährden oder gar ersetzten dürfen.

Die meisten der genannten Organisationen bieten Kurse und sogenannte Fortbildungen an die auch wieder für die Empfänger von Arbeitslosengeld (egal ob I oder II) gedacht sind. Wobei Ausbilder und Dozenten häufig genug selbst Ein-Euro-Jober sind und das komplette Personal das man braucht um so einen Betrieb am laufen zu halten, von der Putzfrau bis zur Verwaltung natürlich ebenfalls. Also wird eine Dienstleistung für die von der Arbeitsagentur und den Argen teuer bezahlt wird (bis zu 1000€ pro Woche und Teilnehmer), von den Arbeitslosen, die dort für praktisch nichts von der So.D.A. bzw. BfO gestellt oder sollte man besser sagen vermietet werden, erbracht.
Eine perfekte auf nichts anderem als Sklaverei beruhende Geldmaschine. Vor allem wenn man bedenkt das viele dieser Organisationen ihre ‘Praktika’ so gestalten, dass man die Leute nur zur Stadtreinigungsfirma WBO, dem Grünflächenamt, oder der stadteigenen Objektpflege- und Verwaltungsgesellschaft OGM über stellt wo sie dann in einem drei- bis sechsmonatigem ‘Praktikum’ ‘lernen’ wie man Straßen fegt, Parkwege und Blumenbeete von Unkraut befreit und Rathaustoiletten putzt oder am Bahnhof die Betrunkenen einsammelt.
Natürlich ist die Tatsache das bei den genannten Firmen bzw. Ämtern das fest angestellte Personal seit Einführung der Hartz IV Gesetzgebung um bis zu 60% (in Worten: SECHZIG PROZENT) reduziert wurde und frei werdende Stellen auch heute immer noch nicht neu besetzt werden (Pardon, natürlich mit Ausnahme der Stellen in den Chefetagen, wie konnte ich das nur beinahe vergessen?) reiner Zufall und einzig und allein auf Rationalisierung und eine Verschlankung der Verwaltungsstrukturen zurückzuführen. (Bei einem öffentlichen Arbeitgeber? Ich lach’ mich scheckig)

Der typische der gestaltete Verein (gGmbH, gStiftung, sch….egal) sieht nun folgendermaßen aus: Praktisch jede Stelle auf der wirklich gearbeitet wird, inklusive einiger Dozentenstellen wird von der So.D.A., der Arge Oberhausens und der BfO, eine Transfergesellschaft an die die Arge die ALGII-Empfänger über stellt, wo sie dann nach Gutdünken des zuständigen Sachbearbeiters zugewiesen werden, mit Ein-Euro-Jobern besetzt. Mit Ausnahme einer handvoll verkappter Sozialarbeiter und ein oder zwei Verwaltungskräften die, sich nicht mal in der Stadtverwaltung halten konnten und natürlich den Vorständen, die allesamt lächerlich hohe Gehälter und Aufwandsentschädigungen beziehen und häufig die selben Nachnamen wie die Leiter bestimmter städtischer Behörden oder Dezernate haben, ist dort praktisch jede Stelle vom Hausmeister bis zu den Bürokräften und einigen Dozenten, mit Ein-Euro-Sklaven besetzt. Jedes normale Bildungsinstitut, und nichts anderes sind diese Organisationen im Prinzip, muss diese Leute einstellen und sozialversicherungspflichtig beschäftigen, den Hausmeister, Telefonist, Sekretär und Raumpfleger sind in Deutschland ganz normale Berufsbilder, zwar am unteren Ende der Skala, müssen sie trotzdem im Allgemeinen entsprechend honoriert werden. In Oberhausen reicht es aber einen Verein zu gründen und sich den ein oder anderen städtischen Vertreter in den Vorstand zu holen und schon bekommt man Ein-Euro-Jober gestellt soviel man will. Mich wundert nur warum echte private Bildungseinrichtungen dagegen nicht Sturm laufen, die Berlitz School oder die SRH-Gruppe müssten in solchen Machenschaften doch eigentlich die groben Wettbewerbsverzerrungen erkennen die diese Praxis darstellt.

Das nächste Problem haben jetzt die Arbeitslosen. Die meisten sehen nach relativ kurzer Zeit woher der Wind weht und sehen es zu recht nicht ein das sich irgendwelche Organisationen das Geld bündelweise in die Taschen stecken das sie mit ihrer Arbeitskraft erwirtschaften. Den viele Aufgaben die Ein-Euro-Jober übernehmen sind normale gewerbliche Aufträge, vorzugsweise aus den Bereichen Raumpflege, Garten-/Landschaftsbau, Malen/Tapezieren und einfachen Bürotätigkeiten, für die gutes Geld kassiert wird und in denen Arbeitslosen natürlich nur ein Praktikum machen weil man ja sechs Monate braucht um zu lernen wie man einen Flur wischt oder eine Tapetenbahn einkleistert, vor allem da man alleine arbeitet und auch soviel gezeigt bekommt, (es gab den Fall eines Malermeisters der aufgrund der schlechten Zahlungsmoral der Stadt seine Firma verloren hat und dann für einen Euro die Stunde im Rahmen eines Praktikums Klassenzimmer in städtischen Schulen anstreichen sollte, mich wundert bis heute das der Mann nicht Amok gelaufen ist). Aber ein Hartz IV-Empfänger kommt da nicht raus. Egal welche Schandtaten man mit ihnen begeht sie hängen fest. Aufgrund der Tatsache der schon angesprochenen Namensgleichheiten kann man sich häufig des Verdachts nicht erwehren, dass So.D.A. und BfO kein wirkliches Interesse mehr daran haben (oder jemals gehabt haben), das ein Ein-Euro-Jober (Formulierungshilfen bitte in die Kommentare schreiben, seien sie sich sicher, sie werden dankend akzeptiert) wirklich etwas neues lernt oder in den Arbeitsmarkt zurückfindet (ich traue mich ja nicht mal mehr erster Arbeitsmarkt zu schreiben, heute müssen viele schon über einen 400-Euro-Job froh sein). Nein, das Hauptinteresse scheint zu sein möglichst viele Arbeitslose in sinn- und verstandslose Computerkurse zu stecken deren sogenannte Dozenten nicht einmal den Unterschied zwischen Windows , Mac OS und Solaris kennen (kein Witz, wurde mir von einem halben Dutzend Teilnehmern bestätigt) oder für die städtische Pflege im Bereich Straßenreinigung und Grünanlagenverschönerung ‘zu gewinnen’, wobei sie an Privatorganisationen und -Firmen mit diesen Namensgleichheiten vermietet werden die der Stadt dann noch eine fette Rechnung schreiben. Aus dem Fördern und Fordern der Gesetzgebung ist bei der So.D.A. Ein reines Fordern der Arbeitsleistung, zur Gewinnmaximierung bestimmter Firmen und Personen, geworden, die den Arbeitslosen häufig aufgrund von eigentlich verbotenen Überstunden nicht mal genug Zeit lassen ausreichend Bewerbungen zu schreiben oder nach Stellenangeboten zu recherchieren. Und egal wie viele Gesetzesverstöße ein Arbeitsloser in dieser Mühle aufdeckt. Schmeißt er hin oder provoziert seinen Rausschmiss kann er sicher sein von der So.D.A. der Arbeitsagentur oder dem Sozialamt (ja, das gibt es auch noch) gesperrt zu werden (wieder diese Namensgleichheiten mit den Chefetagen der Behörden, Firmen und Vereine denen plötzlich eine Sklave fehlt).

Ich weiß, dass es ähnliche Zustände auch in anderen Städten gibt, aber in dieser Ausprägung habe ich bis jetzt nur in Oberhausen davon gehört und ich rechne eigentlich tagtäglich mit mittleren bis schweren Aufständen (Frankreich lässt grüßen, bei uns wurden Nachts schon lange keine Autos mehr verbrannt) mit dem Ziel auf diese Missstände hinzuweisen, aber irgendwie ist uns Deutschen das Gen fürs protestieren verloren gegangen, zumindest sobald es über eine Unterschriften- oder Mailaktion hinausgeht.

Ich meine eigentlich muss man ja die schlichte Eleganz dieser Geldmaschine bewundern, man verdient Geld indem man Arbeitslosen völlig sinnfreie Praktika Lehrgänge und Fortbildungen angedeihen lässt, dann verdient man Geld indem die Arbeitslosen diese Kurse für eine praktisch nicht vorhandene Entlohnung halten lässt und anschließend verdient man Geld indem man sie im Garten der sprichwörtlichen alten Dame Unkraut zupfen lässt was diese dann teuer bezahlt. Ach ja und mit dem Auszahlen des einen Euro pro Stunde Aufwandsentschädigung tut sich die BfO dann auch noch schwer. Nachdem der Ein-Euro-Sklave selbst im normalen Zahlungsmodus schon ein und einen halben Monat auf sein erstes Geld warten musste (in dieser Zeit ist er dann schon mit zwei Monatskarten in Vorleistung getreten die man braucht um den Ort der Ausbeutung überhaupt zu erreichen) kommt es dann häufig genug vor das er noch ein oder zwei Monate Wartezeit dranhängen muss (beim schlimmsten Fall der mir bekannt ist waren es Vier, also insgesamt fünf und einen halben Monat, in der Masse in der das passiert ergeben sich dann auch schon wieder schöne Zinseinkünfte aus den zurückgehaltenen Zahlungen) und bricht der Hartz IV-Empfänger die Maßnahme dann ab weil er sich beispielsweise das Fahrgeld nicht mehr leisten kann, ich meine ich musste noch nie von 351€ im Monat leben aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass da noch 60€ für eine Monatskarte übrig bleiben, wird er von der So.D.A. eiskalt gesperrt.

Man muss die Leute die sich dieses System erdacht haben einfach lieben, näher als jetzt war Deutschland noch nie an einer durch Sklaven aufrecht erhaltenen Gesellschaft, nicht einmal zu Zeiten des römischen Imperiums.

Nun ja, ich werde diese Sache weiter im Auge behalten und gelegentlich darauf zurückkommen.

So jetzt habe ich den Blog doch mit einer Meckerstunde begonnen, dafür gelobe ich feierlich das der nächste Eintrag fröhlicher oder zumindest witziger wird.

Gruß
Ihr Seraquael

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Hallo Welt! – Hello world! – ¡Hola mundo! – Hallo Oberhausen

3 Feb

Was für ein passender Titel. Besser kann man sich doch kaum vorstellen.

Hallo, da bin ich!
Für alle Fans der 80er Jahre: Nein ich bin nicht ALF fühle mich aber im Moment wie ein Außerirdischer in der eigenen Stadt, aber dazu später mehr.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, bis vor gar nicht allzu langer Zeit viel mir diese ganze Blogschreiberei, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, ganz furchtbar auf die Nerven. Als ob irgendjemand interessieren würde was Frau Müller heute zum Mittagsmahl kocht oder welche Rosensorte Herr Schmidt in seinen Garten pflanzt. Aber dann habe ich zwei wichtige Dinge gelernt. Es gibt Leute die sich dafür interessiert UND ein Blogger schreibt nicht zuletzt für sich selbst. Um sich etwas von der Seele zu ‘reden’ oder einfach um seine Gedanken zu ordnen. So eine Art modernes Tagebuch, und wenn man damit noch ein, zwei, fünf oder fünftausend Leute unterhalten kann… umso besser. Herr Schäuble wird früher oder später sowieso Mittel und Wege finden die Tagebücher ‘seines’ Volkes auszuspionieren, da kann man es auch gleich selbst veröffentlichen. 

Vor dem eigentlichen Beginn kommt der Anfang und zum Anfang wäre noch einiges zu klären:
Ich habe vor in und um die schöne  Stadt (zumindest für ihre Bewohner, aber Schönheit liegt ja sowieso im Auge des Betrachters) Oberhausen im Rheinland, das auferstandene Klischee einer Püttstadt, zwischen Ruhr und Emscher, einen thematischen Schwerpunkt zu setzten. Ich bin in OB geboren und aufgewachsen bevor ich mit 16 die Flucht (vor meinen Eltern, nicht der Stadt) ergriff und zwecks Schule und Studium ganz schön herumkam. Ich habe in Duisburg (ja ich weiß noch nicht besonders weit von OB weg) die Oberstufe beendet und bin dann zum Studium erst nach Berlin und dann nach  Heidelberg gezogen wobei ich zwischendurch noch jeweils ein Semester in San Francisco und New Haven (beides USA) absolvierte. Seitdem lebte und arbeitete ich als Bibliothekar (keine Angst, das wird kein Buchbesprechungsblog. Davon gibt es mehr als genug!), Lektor und Dozent für Deutsch (wer Rechtschreib- oder Tippfehler findet darf sie behalten, auch mit dem Beruf ist man davor nicht gefeit also bitte keine bösen eMails oder Kommentare falls wenn es mal passiert), Geschichte (wer nichts aus Derselben lernt ist entweder verdammt Sie zu wiederholen oder wird ganz schnell eine ungeliebter Teil von Ihr) und Politik (links, linker aber nicht kommunistisch) in und um Heidelberg, bevor ich vor einem halben Jahr wieder in meine Geburtsstadt zog.

Und damit fing der Ärger an. (im nächsten Eintrag, ich will nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und alle potentiellen Leser so verschrecken, dass sie nie wieder auf meiner Seite erscheinen)

Das wird kein Meckerblog (nachdem ich jetzt genug davon erzählt habe was es nicht wird kommen wir jetzt mal dazu was es wird (ein Junge). Übrigens ich weiß, dass ich viele Klammern verwende ich liebe Klammern, ich könnte das auch mit *
siehe unten machen finde das aber sowohl als Autor wie als Leser viel zu umständlich).
Nachdem was ich in meinem kurzen Leben schon gemacht und erlebt habe denke ich von mir selbst, dass ich ein wenig Lebenserfahrung vorweisen kann  und Aufgrund der Tatsache das ich nach langer Abwesenheit wieder in eine Stadt gekommen bin die ich von Kindesbeinen an kenne ist mein Blickwinkel ein ganz besonderer.

 Als ich gerade geschrieben habe dies wird kein Meckerblog stimmte das nur zur Hälfte. Ich habe vor auch ein wenig zu meckern, aber nicht um des Meckerns willen sondern um zu zeigen was hier schief läuft Oberhausen scheint mir wie ein Molch im heißen Wasser zu sein. Setzt man Ihn ins kalte Wasser und erwärmt es dann langsam bleibt das arme Vieh drin sitzen bis es im wahrsten Wortsinne kocht, setzt man es in heißes Wasser springt es sofort wieder raus. Genau so etwas passiert gerade mit Oberhausen. Die ganze Stadt scheint verrückt zu werden weil das aber scheinbar in einem gleichmäßigen Tempo passiert, schert sich keiner drum.

Keine Panik! (der galaxisweite Club der Anhalter wird mich hoffentlich nicht verklagen), dies wird kein Aufruf zur Flucht auch werde ich nicht ausschließlich über meine Heimatstadt schreiben so dass alle Bewohner Bayerns, Hessens MeckPomms usw. die schon nah dran sind den Browsertab oder das Browserfenster genervt zu schließen vielleicht noch ein oder zwei Zeilen weiterlesen sollten. Ich habe auch vor den ganz alltäglichen Alltagswahnsinn mit Nachbarn, Behörden, Schulen, Handyverträgen, Wirtschaftskrise,  Ameisenbefall im Zucker und vieles mehr, mal ein wenig zu durchleuchten und ein paar Tipps zu geben wie man ihn ohne Magengeschwüren und mit nur einigen wenigen Selbstmordgedanken ganz locker übersteht. Und glaubt mir die Tipps funktionieren, sonst hätte ich mich schon lange von der Golden Gate Bridge gestürzt.

Also ich hoffe ich konnte den werten Leser ein wenig neugierig machen, denn auch wenn ich für mich selber schreibe ein paar Leute sollen es schon lesen. Ich werde versuchen regelmäßig zu schreiben aber es läuft wohl auf ein oder zwei mal pro Woche hinaus also nicht entnervt aufgeben wenn morgen noch nichts Neues steht.

Gruß
Ihr Seraquael

 

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