Schlagwort-Archiv: EVAG

Jahresanfang und alles bleibt gleich

25 Jan

Hallo liebe Leser!

Dieses Blog scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Nachdem es nun schon aus mehreren Gründen größere Pausen gegeben hat, warf mich jetzt ein Bluthochdruckphänomen das sich laut Arzt irgendwo zwischen einer leichten Durchblutungsstörung im Gehirn und einem leichten Schlaganfall befindet für einige Wochen aufs Krankenlager und auch wenn es einem meiner WG-Mitbewohner recht schnell gelang Handy und MacBook ins Krankenhaus zu schmuggeln, musste ich feststellen das ich nicht in der Lage war längere Texte zu schreiben, so dass ich mich auf Linktipps über meinen Twitteraccount und ein bisschen redaktioneller Arbeit am Nordrhein-Westfalen Anzeiger der sich über gezielte Tweets mit Link und #NRW Hashtag ganz gut gestalten lässt, auch wenn er sich mittlerweile zum Selbstläufer entwickelt hat.

Also, es ist viel passiert in Essen und Umgebung, als erstes hätten wir da die unendliche Geschichte, na errät es jemand? Ja, der Schienengebundene Nahverkehr an Rhein und Ruhr. Jetzt scheinen die endlosen Mauscheleien um den Betrieb des VRR-Nahverkehrs endlich mal allen Beteiligten um die Ohren zu fliegen. Nachdem die Gerichte nun gezwungen sind eine Klage weiterzuverfolgen die Abellio vor einigen Monaten gegen die Bahn AG eingereicht hat, die heute aber niemand mehr will weil Abellio von der DB längst mit dem Betrieb der zwei S-Bahnlinien 5 und 8 bestochen werden sollte, kommt wahrscheinlich ein Altvertrag wieder zum tragen mit dem die Bahn letztes Jahr den VRR erpresst hat damit dieser den Schienenahverkehr bis 2023 ohne Ausschreibung in Ihren Händen belässt. Nachdem dieser Altvertrag den VRR zu sofortigen Zahlungen von 120 Mio Euro verplichtet hätte, der finanzielle Ruin von VRR und den dahinterstehnden städtischen Nahverkehrsunternehmen, ging der VRR auf die Erpressung ein und handelte einen Neuen, längeren Vertrag ohne Ausschreibung aus, welcher wahrscheinlich für ungültig erklärt oder zumindest vom Kartellamt zerpflückt wird. Da die Klage von Abellio mittlerweile zum Selbstläufer geworden und nicht mehr zuückgezogen werden kann, weil das Bundeskartellamt den Deal zwischen Abellio und der Bahn um den Betrieb der schon erwähnten S-Bahnlinien unterbunden hat, führt nun kein Weg mehr an der gerichtlichen Prüfung des neuen Vertrages zwischen DB und VRR vorbei der, weil ohne Ausschreibung vergeben, mit Sicherheit in Teilen, wahrscheinlich aber komplett, für nichtig erklärt wird.

Den ehemaligen VRR-Chef Husman wird es freuen er war aufgrund seiner Weigerung sich von der Bahn erpressen zu lassen vom NRW Abteilungsleiter im Bundesverkehrsministerium Wolff (CDU) gefeuert worden, der dafür die Stelle des Hauptgeschäftsführers beim DB gesteuerten Verbandes Deutscher Verkehrunternehmen bekam.

Da der VRR nicht in der Lage ist die dann anfallenden 120 Mio € zu begleichen wäre der VRR der ‘Vertragsbrecher’ und könnte die Bahn nur noch dazu zwingen eine Art Notversorgung mit ausgedünnten Takten, verkürzten Zügen und Fahrzeugen der Wahl, also wahrscheinlich den ältesten Klapperkisten die rumstehen, anzubieten. Ein Zustand der von der Gerichtsentscheidung am 8. Februar an mehrer Monate Anhalten könnte, den so eine Ausschreibung braucht schon ihre Zeit. das würde der VRR und die Bahn dann endlich mal selbst miterleben. Auf die gegenseitigen Schuldzuweisungen in der Presse bin ich jedenfalls jetzt schon gespannt, außerdem bin ich gerade dabei mich nach einem gebrauchten Kleinwagen für die nächsten paar Monate umzusehen. Dies sollten alle SPNV Nutzer im VRR tun.

Dann versank die Stadt noch im Schneechaos und taute wieder auf. Allerdings langsamer und unter viel größeren Schwierigkeiten als alle anderen Städte im Pütt. (Natürlich wurde trotz verdoppelter Schneeräumgebühr in meiner Straße überhaupt nicht geräumt und wenn schon da nicht könnte ich mich mit der Abgabe vielleicht noch wohl fühlen wenn die Wirtschaftsbetriebe die Innenstadt und sonstige Fußgängerzonen sowie die EVAG-Anlagen eisfrei halten würden aber natürlich, die 107 fuhr bekanntermaßen tagelang gar nicht und den Versuch meine Großeltern in Borbeck am Heiligen Abend zu besuchen bezahlte ich mit einem verstauchten Fuß und einigen herrlichen blauen Flecken auf meiner Schulter und dem rechten Arm. Ich hatte doch tatsächlich gedacht, nachdem ich mit der S-Bahn bis zum Borbecker Bahnhof gekommen bin, würde es mir gelingen die letzten 500m auch noch zurückzulegen. Dummerweise entsprechen diese 500m der Marktstraße die den Hügel hoch zum Germaniaplatz führt. Ich kam mir vor wie beim Eiswandklettern, nur dummerweise ohne Pickel und Krallenschuhe und trotzdem ich es zum Schluß auf allen Vieren probiert habe bin ich diesen Sch***hügel nicht hochgekommen. Insgesammt fünf Stunden sinnloses Fahr-, Lauf- und Friervergnügen am heiligen Abend, danke Stadt Essen, danke EVAG, aber sowas haben bestimmt viele Essener erlebt, also fahren wir mal weiter.)

Um Fantastische 122,4 Mio wurden die letztjährigen Sparvorgaben und -vorhaben der Stadt Essen übertroffen an deren Erarbeitung wir über diese nette Homepage mit den Sparprojekten zum anklicken wir für die Zukunft ja alle mitarbeiten konnten (Nur zu dumm, das die Bürger Sparschwerpunkte setztendie den Stadtoberen s wenig ins Konzept passten, dass das ganze, selbst millionenschwere Projekt, schnell in der Versenkung verschwand). Für den Stadtkämmerer ein Grund zu feiern und genauso weiter zu machen. Bravo!

(Natürlich sollte dabei nicht unter den Tisch fallen das der Kahlschlag in der Essener Bäderlandschaft, dem Kulturangebot, soweit es nichts mit dem Kulturhauptstadtjahr zu tun hatte (mit anderen Worten Projekte wo die Kruppbonzen keine Millionen steuervorteilhaft versenken konnten), dem Sportangebot, der Schulförderung usw. zum großen Teil gar nicht nötig gewesen wäre, ganz zu schweigen davon, dass man die sprudelnden Steuereinnahmen die den Etat 2010 doch noch rumgerissen haben durch die massive Gewerbesteuererhöhung dafür wohl für die nächsten Jahre abgewürgt hat. Ach ja, nicht unerwähnt bleiben sollte, dass man die Bürger nun entgültig wie Zitronen ausquetscht da man praktisch sämtliche städtische Gebühren und Steuern, vom Parken bis zum nicht erfolgten Schneeräumen, massiv erhöht hat, teilweise mehr als verdoppelt. Das wird dafür sorgen das die Stadt Essen in Zukunft noch schneller als bislang (wohlhabende) Bürger verlieren wird, die ihren schönen Einkommensteueranteil natürlich mitnehmen und in Zukunft an Velbert, Mühlheim oder Haltern bezahlen werden. Und last but not least die Personaleinsparungen wie dem Beförderungsstop, was dafür sorgt das sehr gute Kräfte abwandern und die Moral bei den restlichen ins Bodenlose sinkt, dem verdeckten Personalabbau durch die Nichtverlängerung von Zeitverträgen und dem Verbot von Neueinstellungen, der schon jetzt in einigen Bereichen zu so schwerem Personalmangel führt das fest geplante städtische Projekte wie beispielsweise eine Dauerausstellung zur Essener Geschichte nicht umgesetzt werden können und natürlich trifft es wieder zuerst den Kulturbereich. Schauen wir uns die Stadtbibliothek an, das Personal ist unter der sowieso in den letzten Jahren zusammengestrichenen Sollstärke und teilweise überaltert. Der Anschaffungsetat ist ein Witz und es dürfte wohl wieder nur eine Frage der Zeit sein bist die nächsten Zweigstellen die Öffnungszeiten noch weiter reduzieren oder ganz schließen. Also Herr Paß und Herr Stadtkämmerer Klieve: Bravo! Machen sie so weiter und Essen schafft sich ganz alleine ab, dann gibt es auch keine Probleme mehr.)

Gruß Sera

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Ärger mit der EVAG

14 Apr

Hallo Leute,

Auch in Oberhausen hatte ich ja als überzeugter ÖPNV Nutzer schon einen großen Anteil dieses Blogs für das örtliche Nahverkehrsunternehmen StO.AG reserviert. Dies war zwar keine Absicht und eigentlich hatte ich auch nicht vor dies in Essen fortzuführen aber die EVAG geht mir zunehmend auf die Nerven.

1. Ist es wirklich nötig, dass man an einem Tag vier Mal kontrolliert wird? Zur Erklärung: Mir ist es nun schon mehrere Male passiert das ich mich an einem einzigen Tag drei Mal in einer Fahrkartenkontrolle wiederfand aber die Krönung war vergangene Woche in der ich gleich an zwei Tagen das Vergnügen hatte vier mal meine Jahreskarte zu zücken, davon einmal in Rahmen einer dieser ‘Massenevents’ am Porscheplatz mit einem äußerst rauen Umgangston. Ein anders Mal sind die Kontis mit mir am Porscheplatz von der 101 in die gegenläufige 106 umgestiegen, dann mit mir am Freistein aus- weil ich da eine rauchen wollte und in die nächste 107 wieder eingestiegen, die mich dann nach Hause brachte und jedes Mal wurde ich kontrolliert. Außerdem lässt sich eindeutig feststellen das die Kontrollen unfreundlicher werden, je weiter der Tag voranschreitet und der Stressfaktor bei den Kontis zunimmt, bis man schließlich gegen Abend schon massiv angemacht wird wenn man nach der Aufforderung die Karten vorzuzeigen mehr als fünf Sekunden braucht um die selbe aus dem Portemonnaie zu friemeln, was ich auch erst seit kurzem muss, bis vor zwei oder drei Monaten wurden die Karten auch dann vom EVAG-Personal kontrolliert wenn sie noch im Portemonnaie (In einem Fensterfach) war. Jetzt muss man sie aber herausholen und einzeln präsentieren, ich weiss nicht warum.
Mir ist zwar bewusst, und ich kann es auch nachvollziehen, dass die EVAG ein berechtigtes Interesse an Fahrkartenkontrollen hat, das habe ich ja selber, vor allem immer dann wenn ich eine dieser Statistiken sehe, die mir  vor rechnen wie viel Euro am Jahreskartenpreis auf die Verluste durch Schwarzfahrer zurückzuführen sind. Aber es gibt eine Grenze zwischen berechtigter Kontrolle und Belästigung. Diese Grenze hat die EVAG mittlerweile weit hinter sich gelassen und beschleunigt immer noch weiter mit hohem Andruck. Also bitte, Drehkreuze (Dafür sind Karten mit RFID-Chips geradezu prädestiniert) an den Unterirdischen- und Stadtbahnstationen, vielleicht auch noch an stark frequentierten Tramstationen wie Helenenstraße oder Germaniaplatz und schon könnte man die Einzelkontrollen reduzieren. Dann noch kürzere Schichten für Fahrkartenkontrolleure um den Stressfaktor zu reduzieren, vielleicht indem man Sie in Halbschichten für andere Aufgaben einsetzt, was kostenneutral wäre (In vielen Städten sind Kontis auch Bus- oder Tramfahrer, ich weiß allerdings nicht wie Essen das hält) und schon wäre das ganze Problem gelöst.

2. Die dauernden Baumassnahmen der U18 sind langsam nicht mehr zu rechtfertigen. Diese unendliche Geschichte läuft nun schon so lange, dass alle noch nötigen Baumassnahmen während der mehr als langen nächtlichen Betriebspause durchgeführt werden könnten. Alles andere müsste die EVAG zu einer genauen Prüfung der Baufirmen veranlassen die mit den Umbauten betraut sind oder bei den Ausschreibungen wurde echte sch**** gebaut.

3. Nachdem die EVAG meiner Meinung nach verhältnismässig gut durch den Winter gekommen ist, kann man in letzter Zeit eine besorgniserregende Zunahme der Tramausfälle beobachten. Ich denke verursacht durch den Mehrbedarf der 107. Ich finde die Verdichtung auf den Fünf-Minuten-Takt hier ganz Klasse, die 107 war auch vor dem Kulturhauptstadtjahr chronisch überfüllt, aber so etwas sollte man nur tun wenn man die nötigen Ressourcen dazu hat. Ich kann verstehen wenn kein Geld für neue Fahrzeuge da ist, aber hier im Umkreis fahren viele Nahverkehrsunternehmen auf Meterspur und Dortmund beispielsweise tauscht momentan seine hochflurigen Trams, die sogar dem selben oder ähnlichen Typen wie denen in Essen genutzten entsprechen, gegen Niederflurfahrzeuge aus um die neuen Stadtbahn/Tram-Kombilinien  U43 und 44 zu betreiben. Ich kann einfach nicht glauben, dass es nicht möglich sein soll hier oder in Mühlheim oder bei der BOGESTRA, die z. Zt. auch neue Trams einkauft, ein paar gebrauchte Fahrzeuge kostengünstig zu erwerben. Die deutschen Wartungs- und Instandhaltungsvorschriften für Fahrzeuge im Personenverkehr garantieren den guten Zustand auch älteren Materials.

Gruß Sera

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