Archiv | April, 2011

Hinweise in eigener Sache

21 Apr

Hier enige Hinweise in eigener Sache:

Das “Freche Community Radio” ist wieder online. Ab dem morgigen Freitag moderiere ich dort wöchentlich ab 22 Uhr die Sendung “Studio 54 meets Geier Sturzflug” mit den besten deutschen und englischen Disco-Fox, NDW  und Synthie-Pop Hits der 70er und 80er Jahre. Also hört zu, amüsiert euch und tanzt recht viel.

Meine paper.li Zeitung “Der Nordrhein-Westfalen Anzeiger” wird ab heute um die Hashtags #Ruhrgebiet, #Ruhrpott, #Westfalen und die meisten größeren NRW-Städte erweitert. Jeder kann über die Nutzung dieser Hashtags und des schon vorhandenden #NRW Tags über Tweets Links zu passenden Texten und sonstigen Materialien vorschlagen.

Seraquael ist ab sofort bei Facebook zu erreichen.

Gruß Sera

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Wir suchen einen Zivildienstersatz, zum Zweiten

16 Apr

Den Anstoß zu diesem Thread liefern, wie so oft, ein Artikel der WAZ/NRZ in dem von verschiedenen, wahrscheinlich geisteskranken, Mitgliedern der CDU die Forderung vorgebracht wurde HartzIV-Empfänger sollten zu den Jobs des bisherigen Zivildienst zwangsverpflichtet werden. Dieser idiotische Vorschlag kommt von den so genannten Sozialexperten der CDU Carsten Linnemann und Peter Tauber.

Natürlich ließ das Echo der vollsten Unterstützung von Otto Wulff, dem Vorsitzenden der Senioren Union, nicht lange auf sich warten, aber der Mann hätte es sowieso am liebsten das jeder unter 40 sein komplettes Einkommen in die Rentenkasse einzahlt und zu jeder beliebigen Zeit Menschen über 65 als Arbeitssklave zur Verfügung steht.

Aber neben dem irren Wünschen dieser Menschen gibt es noch eine weitere Sache zu beachten. Im Prinzip genau so wie bei den Eurojobs war niemals angedacht das Zivildienstleistende Aufgaben des bezahlten Personals übernehmen, sondern sie sollte Zusatzaufgaben übernehmen die von Heimen und Krankenhäusern dazu genutzt werden sollten die Lebensbedingungen und Pflegequalität über das gesetzlich vorgeschriebene Maß zu verbessern. Das heißt alle Einrichtungen die sich an den Gesetzestext gehalten haben dürften eigentlich keine Probleme bekommen, während die anderen jetzt das Personal einstellen müssen das sie laut Gesetz sowieso schon längst haben müssten. Warum besteht da jetzt laut CDU plötzlich so ein großer und vor allem schneller Handlungsbedarf? Und warum fragt die WAZ da nicht mal nach als in dem Artikel lediglich das nachzubeten was dieser CDU-Schmock labert.

Fakt ist es soll bitteschön genau so weitergehen wie bisher. Zwangsarbeiter übernehmen wie bisher, praktisch unbezahlt, einen personalintensiven aber nötigen Teil der Aufgaben für die man nicht besonders ausgebildet sein muss, den Patientenbetten hin und her fahren oder Bettpfannen säubern ist nicht weiter schwierig. Die Krankenhäuser, das DRK (CDU nah) und die vielen Altenheime die von kirchlichen Organisationen betrieben werden (CDU näher geht es nicht) scheffeln weiter Millionen in dem sie Alten Menschen und deren Angehörigen Rente und Einkommen abknöpfen während Oma dann noch 20 Euro Taschengeld im Monat bezahlt bekommt und alles bleibt beim Alten.

Genau jetzt wäre die Zeit an diesen Zuständen etwas zu ändern und schon zaubert die CDU einen Plan hervor der alles in den bekannten Bahnen belässt, wobei die SPD nicht viel besser ist, ich erinnere an Frau Krafts Idee, vor ein paar Monaten, des sog. sozialen Arbeitsmarktes. Schon damals habe ich spekuliert ob die nicht dem abzusehenden Wegfall der Zivis geschuldet war.

Und das ist erst Schritt eins. Ich verwette meine Haare, in ein paar Monaten gibt es dann eine neue Initiative. Dann wird ein Programm aufgelegt, das in einer Ausbildung- bzw. Weiterbildungsoffensive versteckt ist und plötzlich werden ganz viele HartzIV-Empfänger zu Rettungsassistenten und Pflegehelfern ausgebildet um auch die restlichen der weggefallenen Zivistellen endlich aufzufüllen. Das fängt sogar jetzt schon an. Schließlich ist eins der beliebtesten Umschulungsprojekte des Essener JobCenters sowie in vielen anderen Großstätdten das zum Altenpflegerhelfer. Einem Ersatz für exam. Altenpfleger die später in der Realität die gleichen Aufgaben wie normale Altenpfleger leisten aber nur zwei Drittel des Lohns bekommen, der auch für exam. Altenpfleger nicht gerade üppig ist und vielfach erst einmal durch verschiedene Praktika und Eurojobs gehen bevor sie dann vielleicht mal einen Jahresvertrag bekommen. Diese Aktion ist meiner Meinung nach ein Testlauf für die weitere Planung der CDU und hat im Bereich der Altenpflege ein perfektes System von Zwangsarbeit und Ausbeutung geschaffen, dass nun auf die gesamte Pflegebranche umgelegt werden soll.

Ich meine ich habe nicht mal was dagegen wenn ein 55 jähriger HartzIV-Empfänger Heimbewohner in die Innenstadt oder den Park begleitet oder abends mit ihnen Skat oder Schach spielt. Wenn er dafür noch etwas Geld bekommt umso besser, denn reell betrachtet wir der auf dem ersten Arbeitsmarkt bis zu Rente nie wieder einen Job bekommen. Zumindest nicht in Deutschland wo Erfahrung nur dann zählt wenn man höchstens 35 ist. Aber ersten sollte dies nur freiwillig geschehen, weil sich jemand der so was unter Zwang tut zu einer echten Katastrophe entwickeln kann und zweitens sollten Krankenhäuser für alle pflegerischen und hauhalterischen Tätigkeiten, also auch Putzen, Kochen und Bettpfannen säubern normal bezahltes Personal einstellen müssen wie jeder andere Betrieb in Deutschland auch.

Gruß Sera

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Dies und Das

10 Apr

Hallo Leute,

Viel ist passiert in den letzten paar Wochen und so machen wir einen kleinen Schlenk durchs Revier.

I. Station: Oberhausen goes Hollywood. Die im Ruhrgebiet bekannte und in Oberhausen ansässige Filmproduktionsfirma Steel WorX dreht den neuen Kinofilm “Kleine Morde” zum Teil im Oberhausener Ratssaal. Laut NRZ wird der Saal im Rathaus am Galgenberg dafür in einen futuristischen Gerichtssaal verwandelt,  auch für andere Standorte in der Stadt wurden Drehgenehmigungen beantragt, denen der Rat, neben der Freimachung des Ratssaals, bereits begeistert entsprach. Auch buhlt die Stadt derzeit darum Heimat des neuen WDR Tatort aus dem Ruhrgebiet zu werden. Neben den anderen Bewerbern Essen, Mülheim, Gelsenkirchen und Dortmund werden Oberhausen zwar nur Außenseiterchancen eingeräumt, dafür ist die Stadtverwaltung,  die sich davon einen weiteren Tourismuszuwachs verspricht, mit Elan bei der Sache. Und außerdem: Dortmund ist doch eigentlich schon Westfalen, Mülheim zu klein, Gelsenkirchen zu hässlich und Essen im WDR zu überrepräsentiert. Bleibt eigentlich nur Oberhausen übrig.

II. Station: Im Essener Norden treibt zur Zeit scheinbar ein Brandstifter sein Unwesen. Offiziell wurde noch nichts bekannt gegeben aber es gab eine auffällige Häufung von Bränden in Katernberg, Stoppenberg und dem Nordviertel die mit Statistikausreißern eigentlich nicht mehr zu erklären sind. Dem bislang aufsehenerregendsten Feuer viel das sog. Haus auf Zeit auf dem Gelände des Weltkulturerbes Zeche Zollverein zum Opfer. Hier spricht die Polizei und die zuständigen Brandermittler der Feuerwehr zwar von Brandstiftung, aber noch läßt sich keiner zu einer Aussage über einen Serientäter verleiten.

III. Station: Am kommenden Samstag, den 16.04.2011 um 10:00 Uhr findet im Düsseldorfer Landtag ein Bürgerkongress zum Thema “Energiewende in NRW durchsetzten – Anti-Atom-Konferenz” statt. Es geht um die Abschaffung der Kernenergie und dem Ausstieg aus der Kohleverstromung sowie den Ausbau der Erneuerbaren. Es sprechen Vertreter aus Wirtschaft und Politik sowie einiger Bürgerinitiativen. Auch werden die hohen Strompreise ein Thema sein und die Möglichkeiten ausgelotet sie durch eine Rekommunalisierung von Stromnetzten und Erzeugung in den Griff zu bekommen. Ausrichter ist die Fraktion der Linkspartei unter der Duisburger Abgeordneten Anna Conrads. Es wird um eine Anmeldung bis zum 13.04. unter der Telefonnummer 0211/ 884-4648, oder per Mail bei: bianca.thiele@landtag.nrw.de gebeten

IV. Station: Das Bildungspaket für HartzIV-Empfänger, hier mahnt die NRZ heute an, dass von 40.000 möglichen Antragstellern alleine in Essen bislang nur 300 dieses Recht in Anspruch genommen hätten und weist darauf hin das die entsprechende Frist bis Ende des laufenden Monats ausläuft, zumindest was eine eventuelle Nachzahlung ab Januar 2011 angeht. Es gibt kein Konzept, keine genauen Angaben für welche Leistungen eigentlich ein Antrag gestellt werden kann und die erste, ungenaue, Infokampagne ist erst vor kurzem im Internet angelaufen, wo auch erst seit heute die vorläufigen Formulare zu finden sind. Ein Medium für dessen Benutzung im Regelsatz kein Geld vorgesehen ist und das auch nicht viele HartzIV-Empfänger benutzen (können). So kann die Regierung hinterher wenn es um die Auswertung des Erfolgs der ganzen Kiste geht natürlich genau die üblichen Stammtischmeinungen forcieren, das Hartz Familien sowieso kein Intersse an Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe hätten und sich nicht besonders angestrengt wird da es ja nicht um Bier und Zigaretten gehe und wieder mal Stimmung gegen den ärmeren Teil der Bevölkerung durch ein absichtlich undurchführbares Gesetzt zu machen.

V. Station: Noch ein Termin zum Abschluß. Am kommenden Mittwoch, den 13.04.2011 findet um 18 Uhr in der Duisburger Salvatorkirche ein Konzert im Gedenken an die Opfer der Loveparade statt. Etwa 160 junge  Musiker und Betroffene gestalten unter der Leitung der Mülheimer Musiklehrin Annegret Keller-Steegmann diesen hoffentlich mutmachenden Abend und werden alle Zuhörer hoffentlich ein wenig unterhalten nach hause schicken. Mit dabei sind unter anderem junge MusikerInnen der Musikschule Oberhausen, anderer Schulen und privater Musiklehrer

Gruß Sera

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