Archiv | Juli, 2010

Pleite und Platt – Jetzt will Island plötzlich in die EU

25 Jul

Nein. Ich sage nein zu einem EU-Beitritt von Island (siehe taz-Artikel). Eigentlich bin ich ein großer Befürworter des europäischen Einigungsprozesses und hoffe wie alle auf eine starke und prosperierende EU die allerdings endlich mal neben den Wirtsschftsinteressen auch das Wohl der einzelnen Bürger beachten muss, da sie die Gesetzgebung immer stärker beeinflusst. Hierfür ist es natürlich auch nötig so viele europäische Länder wie möglich in die EU aufzunehmen und unter den richtigen Vorraussetzungen auch so schnell wie möglich. Aber…

Als Bürger des immer noch mit Abstand größten EU-Nettozahlers habe ich allerdings entschieden etwas gegen das Muster, das Staaten die der EU lange gesagt haben sie solle sich schleichen immer dann glühende Verehrer und Beitrittskandidaten werden wenn die Staatsfinanzen in Schieflage geraten. Das war in Österreich genauso zu beobachten wie bei den bislang beigetretenen nordischen Staaten. Und sollte es irgenwann mal gelingen zu unterbinden, dass die schweizer Hyänen sich an den Steuerflüchtlingen anderer Länder gütlich tun, werden auch die feststellen das ihre Staatsfinanzen auf Talfahrt gehen, wovon außer den verschobenen Steuern anderer Länder sollten die auch sonst leben, die haben ja nichts weiter, werden auch die an die EU-Tür klopfen.

Das zweite Problem was ich habe ist das unter anderem ausgerechnet Großbritannien, eins der Länder die zu den größten Mitverursachern der letzten Finanzkrise zählen, vor einem Beitritt Islands die Staatskasse dieses Landes leeren wollen um es für die Schulden aufkommen zu lassen, die eine isländische Privatbank, nicht zuletzt dank der tatkräftigen Schützenhilfe des Vereinigten Königreichs, gemacht hat. Vergessen sollten wir dabei auch nicht das Großbritannien immer noch beinahe uneingeschränkt und vollkommen ungerechtfertigt in den Genuß des sogenannten Britenrabatts kommt den einst die eiserne Lady Thatcher ausgehandelt hat. So würde sich die Briten dann auch noch weitestgehend aus der Finanzierung der Mindereinnahmen des EU-Budgets heraushalten die entstünden wenn Island nach Plünderung der Staatskasse aufgenommen wird.

Deshalb sage ich noch einmal NEIN zum EU-Beitritts Islands, nicht so, nicht unter diesen Vorraussetzungen. Und noch einmal ich fühle mich als EU-Bürger, stehe hinter den Zielen der EU und halte sie ganz allgemein für die beste Idee seit dem deutschen Zollverein. Trotzdem müssen Grenzen gezogen werden die verhindern das manche Staaten die EU lediglich als Rettungsanker oder Zahlmeister sehen.

Gruß Sera

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Pizza, Pizza

24 Jul

Mal ein ganz praktischer Tip zum Leben in Essen:

In der vergangenen Nacht hatte ich  wieder Nachtschicht (diese anfängliche Vertretung des Nachtredakteurs entwickelt sich langsam zu meinem Lebensinhalt, zum Glück sind Schulferien und ich kann über Tag ausnahmsweise mal schlafen) und da ich etwas zu spät Hunger bekam lieferte meine herrliche und immer wohlschmeckende Stammpizzeria La Perla nicht mehr.

Während einer schnellen Internetrecherche stößt man recht schnell auf La Margherita in der Hubertstraße und was soll man sagen? Ähnlich wie Microsoft oder Catsan, gutes Marketing aber das Produkt ist Schrott. Gummirand, rohe Zwiebeln und versalzener, vertrockneter Plastikthunfisch der so schlecht mit Käse bedeckt war das die ausgetrockneten Fasern ins Zahnfleisch schnitten. Alles in allen kann an nur sagen: Hände weg von dieser Pizzeria die so ganz nebenbei mit einer 28cm Normalpizza wirbt und dann schätzungsweise 20 liefert, aber mehr hätte ich davon eh nicht essen wollen. Nicht einmal die Redaktionskatze wollte die Thunfischreste. Ich bleibe definitiv bei La Perla.

Gruß

Euer Sera

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Ferienjobs für Schüler

21 Jul

Also dieser Artikel auf der Westen.de hat mich verwirrt. Angeblich sei es schwierig für Schüler einen Ferienjob zu finden, vor allem jetzt in letzten Minute. Tut mir leid aber das ist lachhaft und spiegelt nur wieder was sich im ersten Arbeitsmarkt auch schon etabliert hat. Für manche Arbeiten sind wir uns einfach zu fein geworden und das fängt bei den Schülern schon an. Ich behaupte nicht, dass es einfach ist im ersten Arbeitsmarkt einen Job zu finden, Fakt ist aber, das viele Stellen, vielfach Saisonarbeit in unangenehmeren Arbeitsfeldern schwer oder nur durch ausländische Saisonkräfte zu besetzten sind und das fängt jetzt sogar schon bei Ferienjobs an.

Nachdem ich zum ersten Mal über dieses aktuelle Problem gestolpert bin habe ich mich etwas um gehört. Ich habe früher während der Sommer- und Osterferien (bei mir waren es noch drei Wochen) mehrmals in einem Recyclingbetrieb gearbeitet in dem ich Müll sortierte, entsprechende Ferienjobs in Essen, Oberhausen, Duisburg, Düsseldorf, Dortmund und Wuppertal sind frei und wollen dringend besetzt werden.

Ich habe einige Bekannte und Verwandte die Agrarbetriebe führen und ebenfalls händeringend Ferienjobber suchen. Zum Teil weil eigene Kinder sich gerade auf die Uni vorbereiten oder auch mal ein paar Wochen wegfahren sollen, nachdem sie ein ganzes Jahr mitgeholfen haben, zum Teil weil es jetzt einfach viel Arbeit auf den Höfen gibt, vor allem weil jetzt viele im Sommer auch Übernachtungsgäste haben, zum Teil weil jetzt vielfach die größeren Erntevorbereitungen und -Tätigkeiten beginnen. Auch hier ist es mehr als schwierig deutsche Schüler zu finden und das obwohl viele der Höfe die nicht gerade an Großstadtgrenzen liegen sogar Kost und Logis mit anbieten teilweise zwar im Heu, aber ich fand das als Kind und Jugendlicher immer Klasse. Vor allem da man nach den erlaubten recht wenigen Stunden Arbeit praktisch im Urlaub ist und dafür sogar noch bezahlt wird. Solche Angebote gibt es in E-Werden, E-Heidhausen, Ratingen-Lintorf, Kamp-Lintford, Vlynn, Moers, Alpen und dem halben Niederrhein. Übliche Tätigkeiiten sind Ernte, Viehversorgung, Maschinenüberwachung u. ä. aber auch alle Arten von haushalterischen Tätigkeiten.

Da man anscheinend immer im Sommer darauf kommt viele Baustellen zu eröffnen suchen auch viele Straßenbaubetriebe ebenfalls Ferienjobber, ich habe nach fünfminütiger Recherche drei gefunden.

Und dann hätten wir da noch die Kinderbetreuung. Da viele Kommunen so intelligent sind Kindergarten-, Kita- und Hortferien nicht aufeinander abzustimmen oder gleich alles gleichzeitig dicht machen, haben viele arbeitende Eltern, ein Problem ihre Kinder unterzubringen, oft auch nur halbtags. Hier findet sich immer was. Schwarze Bretter und Internetseiten von Kirchengemeinden und Tauschbörsen (es gibt zwei große Tauschringe in Essen) sind da oft wahre Goldgruben. Auch passen wir uns hier langsam dem amerikanischen Vorbild an, womit gemeint ist das es mittlerweile auch in Deutschland Agenturen gibt die solche Stellen verwalten und für eine geregelte Bezahlung sorgen bzw. Arbeitsverträge mit Jugendlichen korrekt bearbeiten, da es hier einige Fallstricke gibt. (Immer darauf achten, dass die gesetzliche Höchstzahl von Arbeitsstunden beachtet und eingetragen wird und dass bei Jugendliche unter 18 die Eltern mit unterschreiben müssen).

Vieles, aber bei weitem nicht alles, was hier aufgelistet ist, wäre nur für ältere Jugendliche geeignet, aber das sind auch meistens die, die am dringensten einen Ferienjob suchen. Viele der Tätigkeiten sind anstrengend und/oder unangenehm, aber daran müssen wir uns früher oder später alle gewöhnen. Ich darf hier keine Adressen oder Firmennamen angeben, hatte aber nach 30-minütiger über 40 offene Stellen für die laufenden NRW-Sommerferien an der Hand, auch ohne die bei Bekannten. Es sollte also wirklich kein Problem sein über die Hinweise im Text schnell etwas zu finden. Wäre es jedenfalls im normalen Arbeitsmarkt so einfach, hätte ich in meinem Lebenslauf keinen einzigen Tag Arbeitslosigkeit stehen. (Habe ich so zwar auch nicht, aber ich wäre nicht so oft im Ausland gewesen und hätte beim versenden nicht mehr so ein schlechtes Gewissen, so drei bis vier Monate sind wirklich abenteuerlich anzuschauen)

Gruß Sera

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InnovationCity Ruhr

15 Jul

Hallo Leute,

Das Projekt “InnovationCity Ruhr” tritt nun in das Finale ein. Dieses Projekt hat verschiedene Städte im Pott dazu animiert für einige Modellstadtteile Zukunftsplanungen zu machen die für eine schöneres Zusammenleben in zehn Jahren sorgen sollen, besonders unter dem Gesichtspunkt des verantwortungsvollen Umgangs mit Energie und Umwelt. Detailbeschreibung des Finales hier zum Download als PDF.

Nun es ist kaum zu glauben, aber das Grundkonzept Essens hat es in die Finalrunde des immerhin 2,5 Mrd Projekts geschafft. Nun hat das Projektteam für Essen alle Bürger über die WAZ dazu aufgerufen Vorschläge zu machen um das Konzept weiterzuentwickeln und die Chancen Essens weiter zu steigern. Ich halte das für eine gute Idee und fordere alle meine Leser auf mal einen Blick zu riskieren, vielleicht hat einer von Ihnen ja die bahnbrechende Idee. Die eMail-Adresse um Vorschläge direkt einzureichen ist: info@innovationcity.essen.de oder rufen Sie an: 0201/88-80209. Auch die gute, alte Post lebt noch, das wäre WAZ Essen, Sachsenstraße 36, 45128 Essen.

Gruß Sera

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Offener Brief an Herrn Michael Kauch zu einem Interview das er gegeben hat

8 Jul

Herr Kauch ist der umweltpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag. Er gab am Morgen des 08.07.2010 ein Phoenix-Live Interview im Vorraum des Parlamentssaales im Reichstag. Ich weiss natürlich das ich mich momentan vom Grundgedanken dieses Blogs entferne aber im Moment regt mich einiges so auf, dass ich es irgendwo thematisieren muss:


In Ihrem Interview bei Phoenix am Morgen des 08.07.2010 sagten Sie, dass der höchste Souverän unseres Staates das Parlament sei.

Hier ein Verfassungsgrundkurs: Grundgesetz der Bundesrepubliik Deutschland, Artikel 20, Absatz 2: Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus… Mit anderen Worten der höchste Souverän dieses Staates ist das Volk.

Mit einem Verfassungsverständnis wie dem Ihren, das offensichtlich eine gefährliche Selbstüberschätzung des Status der Parlamenarier enthält, denn wenn Sie der höchste Souverän des Staates wären, wem wären Sie dann noch rechenschaftspflichtig, sollten Sie sich sehr genau überlegen ob sie in einem frei gewälten und dem Volke verantwortlichen Parlament noch richtig aufgehoben sind.

Es wimmelt in unseren Parlamenten leider von Politikern die jeden Bezug zu Volk und Vaterland verloren haben und sich nur noch in der eigenen Macht und der eigenen vermeintlichen Wichtigkeit sonnen. Diese sollten das Parlament in den wenigen Momenten dieser Erkenntnis verlasssen.

Mit freundlichen Grüßen

Seraquael

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Bundestrainer vs Bundespräsident, journalistische Prioritäten oder wie unsere Republik vor die Hunde geht

8 Jul

Hallo Leute,

leider wieder ein Meckerartikel aber dafür ein Kurzer. Wie in einem anderen Post erwähnt springe ich für einen Freund schon mal als Nachtredakteur bei einer kleinen Tageszeitung ein und lese in Folge dessen auch regelmäßig Printexemplare verschiedener Tageszeitungen.

Eigentlich gefällt mir die NRZ/WAZ recht gut, hat mich aber heute und am 30. Mai auf eine Art und Weise enttäuscht die ich kaum für möglich gehalten habe:
Die Berichterstattung zur Wahl unseres neuen Bundespräsidenten am 30. Mai wurde am Folgetag praktisch mitten im Artikel, mit dem Hinweis unterbrochen, dass das Ergebnis zum Redaktionsschluss noch nicht feststand. Zur Erinnerung: Das Ergebnis des dritten und entscheidende Wahlgang wurde gegen 21 Uhr (MESZ) bekanntgegeben.

Das Ergebnis des Fußballhalbfinale, Abpfiff gegen 22:30 Uhr (MESZ) fand sehr wohl seinen Weg auf die heutige Titelseite, inklusive Spielbericht der auch Begebenheiten aus dem letzten Teil des Spieles wiedergab, so dass man davon ausgehen kann das im Satz nicht nur eine Stück Platz für das Ergebniss freigehalten wurde.

Wenn ich so etwas mitbekomme muss ich mich doch sehr ernsthaft fragen wie die Journalisten unserer Republik ihre Prioritäten setzen. Mir ist zwar bewusst, dass die WM viele Menschen interessiert aber der verantwortliche Chefredateur gehört trotzdem an den Pranger gestellt und durchgeprügelt. Mir ist vollkommen klar, dass es aufwendig und teuer ist einen Redaktionsschluss nach hinten zu verschieben, diesen Aufwand aber für ein simpeles Sportereignis zu betreiben für die Wahl unseres Staatsoberhauptes aber nich, lässt mich stark an de journalistischen Integrität der Verantwortlichen zweifeln. Ja, man muss über Themen schreiben die einen möglichst breite Leserschaft anlocken und genau abwägen wann man den Aufwand und die zusätzlichen Kosten eines verspäteten Redaktionsschlusses in Kauf nimmt, aber es ist trotzdem die verdammte Pflicht und Schuldigkeit eines Journalisten Ereignisse von solcher Wichtigkeu für unseren Staat und unsere Gesellschaft entsprechend zu würdigen. Das sollte sich ein Medienkonzern wie die WAZ-Gruppe mal wieder ins Gebetbuch schreiben lassen.

Leider kann ich jetzt im Nachhinein an den Onlineausgaben nicht mehr feststellen ob andere Tageszeitungen die Dinge ähnlich gehandhabt haben oder ob die WAZ nur die unrühmlich Ausnahme war und um in der Bibliothek die Printausgaben zu durchforsten fehlt mir ehrlich gesagt die Zeit. Deshalb bitte ich alle Leser dieses Post mir kurz über die Kommentarfunktion oder die anderen auf der Kontaktseite angegebenen Möglichkeiten mitzuteilen wie andere Zeitungen mit diesen Angelegenheiten umgegangen sind.

Gruß

Seraquael

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